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Voller Tank für weniger Geld

Am günstigsten ist das Tanken dem ADAC zufolge derzeit in Hamburg. Foto: Karl-Josef Hildenbrand
Am günstigsten ist das Tanken dem ADAC zufolge derzeit in Hamburg. Foto: Karl-Josef Hildenbrand
Cottbus/München. Es ist Ferienzeit und trotzdem sinkt der Preis für Diesel und Benzin, wie der ADAC in seiner jüngsten Umfrage deutschlandweit ermittelt hat. Am günstigsten ist Tanken demnach zurzeit in Hamburg. Aber auch in der Lausitz kann man zurzeit seinen Tank recht günstig befüllen. Maiken Kriese

Es ist Sonntagnachmittag, der Tank ist nach dem langen Ausflug fast leer. Da stellt sich die Frage: Heute noch tanken oder lieber abwarten bis Montag? "Noch vor Jahren war das so, da war der Freitag teurer und der Sonntag günstiger, aber heute können wir keine tagesabhängigen Preise mehr feststellen", sagt Katharina Lucà, Pressesprecherin des ADAC gegenüber der RUNDSCHAU. Und dennoch schwanken die Preise. "Tanken ist vor allem zu den Pendlerzeiten am Morgen, zum Feierabend aber auch in der Nacht teuer, dagegen kann man seinen Tank in den frühen Abendstunden günstiger befüllen", so die Sprecherin.

Je nach Region unterschiedliche Preise

Die Unterschiede sind aber nicht nur zu verschiedenen Tageszeiten erkennbar, auch die Region, in der man tankt, spielt eine wichtige Rolle für den Preis. Autofahrer in Hamburg können sich zum Beispiel zur Zeit über den günstigsten Sprit in der Republik freuen. Laut ADAC-Auswertung kostet ein Liter Super E10 dort 1,272 Euro, ein Liter Diesel 1,062 Euro. In Brandenburg, Sachsen, Berlin und Bremen ist das Spritpreisniveau für beide Sorten ebenfalls niedrig.

In Cottbus musste man am Freitag (21. Juli) je nach Tankstelle zwischen 1,299 Euro bis 1,319 Euro für einen Liter Super E10 zahlen, in Herzberg lag die Spanne zwischen 1,299 und 1,339 Euro, in Lübbenau wurden zwischen 1,309 und 1,339 Euro fällig. An Senftenberger Zapfsäulen lagen die Preis für den E10 weiter auseinander: 1,269 bis 1,329 Euro, und in Weißwasser kostete der Liter zwischen 1,339 bzw. 1,349 Euro noch etwas mehr.

Im Vergleich zur Auswertung im Vormonat sind die Kraftstoffpreise in vielen Bundesländern aber bei beiden Sorten gesunken. Musste man im Juni im teuersten Bundesland (Thüringen) für einen Liter Super E10 noch 1,334 Euro zahlen, so sind es im aktuellen Vergleich in Baden-Württemberg 2,2 Cent weniger. Auch bei Diesel ist ein Abwärtstrend erkennbar: Im Juni lag das Saarland mit 1,125 Euro an der Preisspitze. Aktuell liegt der Literpreis im teuersten Bundesland Baden-Württemberg um 0,7 Cent niedriger.
Für diese Untersuchung hat der ADAC die aktuellen Preise der mehr als 14 000 bei der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe erfassten Tankstellen ausgewertet. "Angebot und Nachfrage regeln auch bei Benzin und Diesel den Preis, so entstehen die regionalen Unterschiede. Ist die Tankstellendichte hoch, ist der Preis etwas günstiger", sagt Katharina Lucà.

Dass die Preise an den Zapfsäulen schwanken, hat vor allem mit dem jeweils aktuellen Ölpreis zu tun, aber auch Steuern und so genannte Produkteinstandspreise sowie der Deckungsbeitrag der Mineralölkonzerne schlagen zu Buche. Die beiden letzteren unterliegen Schwankungen, die wirtschaftlich bedingt sind. Der Energiesteueranteil dagegen ist fix, die Mehrwertsteuer geht hoch und runter, da sie sich prozentual am Gesamtpreis bemisst. Vor der Fahrt in den Urlaub lohnt also ein Blick auf die Uhr, bevor man an die nächste Zapfsäule fährt. Und auch einen gefüllten Reservekanister (empfohlen werden zehn Liter) kann man mitnehmen, um bis in ein Nachbarland (zum Beispiel Polen, Tschechien, Österreich, Luxemburg) zu kommen, wo die Spritpreise günstiger sind.

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Hier finden Sie ausgewählte Tankstellen, die in unmittelbarer Nähe von deutschen Autobahnen liegen.
www.adac.de/infotestrat/tanken-kraftstoffe-und-antrieb/kraftstoffpreise/tanken-reisen

Wie viel Sprit darf ich im Reservekanister in Deutschland und im Ausland mitnehmen?
www.adac.de/infotestrat/tanken-kraftstoffe-und-antrieb/benzin-und-diesel/reservekanister<br /> &nbsp;


WIE SETZT SICH DER BENZINPREIS ZUSAMMEN?
Produkteinstandspreis: Preis, zu dem die Ware importiert wird. Er richtet sich nach der Entwicklung auf den internationalen Ölmärkten.
Deckungskosten: Sie entfallen auf die Mineralölkonzerne. Die Summe deckt die Kosten der Konzerne und ihren Gewinn ab. Darin enthalten ist auch der Anteil für den gesetzlichen Bevorratungsverband von rund einem halben Cent. Falls es eine Krise gibt, sichert er einen Ölvorrat, der mindestens 90 Tage reichen soll.
Energiesteuer (früher "Mineralölsteuer"): Darin enthalten ist seit 1999 die Ökosteuer. Die Höhe der Energiesteuer unterscheidet sich nach Treibstoffart. Die umweltverträglichen Energieträger (z.B. Gaskraftstoffe) besteuert der Staat am geringsten.
Flüssiggas als Kraftstoff: rund 18 Cent/kg
Erdgas: rund 18 Cent/kg
Diesel: 47,04 Cent/Liter
Benzin: 65,45 Cent/Liter
Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent: Sie wird erhoben auf den Warenpreis und die Energiesteuer.
(Quelle: Bundesfinanzministerium)