Von Jan Siegel

Der Ärger in Brandenburg und Sachsen nach der Entscheidung des Bundes für die Ansiedlung einer Batteriezellen-Forschung in Münster (Nordrhein-Westfalen) ist enorm. Die beiden Ostländer hatten sich große Chancen ausgerechnet, nachdem bereits der Zuschlag für eine großzügig geförderte Batteriefabrik nach Rheinland-Pfalz gegangen war.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) intervenierte im Vorfeld vergeblich bei Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU). Sachsen hatte für Großröhrsdorf im Landkreis Bautzen als Standort für die Batteriezellen-Forschungsfabrik geworben und sich dort Grundstücke gesichert. Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) kündigte an, sich die Begründung für die Vergabe nach Münster noch einmal genau anzusehen.

„Die Ansiedlung der Batterieforschung wäre ein eindeutiges strukturpolitisches Bekenntnis für die Lausitz gewesen“, sagte der Lausitzer Bundestagsabgeordnete Ulrich Freese (SPD) der RUNDSCHAU. Die anvisierte Fertigung von Kathodenmaterial bei der BASF in Schwarzheide auf Basis auch von Lithium aus Sachsen hätte der Region im Wirtschaftswandel echte Impulse geben können. Profitiert hätte dabei zugleich die Forschungslandschaft zwischen Cottbus und Dresden.

Tatsächlich forschen Fraunhofer-Institute in Dresden, Unternehmen in der Oberlausitz und auch die BTU Cottbus-Senftenberg sehr erfolgreich an den Speichern der Zukunft und auch an weltweit bisher einmaligen Recyclingverfahren für die Zellen.