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| 17:11 Uhr

Fragen & Antworten
Neue Regeln fürs Entsorgen

Erst Hingucker, dann Elektroschrott: Blinkschuhe müssen jetzt gesondert entsorgt werden.
Erst Hingucker, dann Elektroschrott: Blinkschuhe müssen jetzt gesondert entsorgt werden. FOTO: dpa / Hauke-Christian Dittrich
Frankfurt/Main. Verkaufen, Verschenken, Reparieren – was Verbraucher wissen müssen. AFP

Seit Mittwoch gelten neue Regeln für den Elektroschrott. Nun müssen auch Produkte mit fest verbauten elektrischen Teilen wie Blinkschuhe und elektrisch verstellbare Fernsehsessel als Elektroschrott gesondert entsorgt werden. Wo Verbraucher ihren Schrott entsorgen können und wie sie womöglich noch Geld damit verdienen können, hat die Verbraucherzentrale zusammengefasst.

Was gehört zum Elektroschrott?

Bis auf wenige Ausnahmen fallen alle Geräte, die Strom brauchen – ob aus der Steckdose, dem Telefonkabel oder einer Batterie – unter die Regelung. Das sind etwa Staubsauger, Kühlschränke, bestimmte Leuchten, aber auch E-Bikes oder Nachtspeicheröfen.

Neuerdings sind auch alle Produkte Elektroschrott, bei denen sich elektrische Bauteile nicht ohne Beschädigung ausbauen lassen. Dazu gehören etwa Rucksäcke mit fest vernähter Beleuchtung oder Badezimmerschränke mit fest eingebautem beleuchteten Spiegel. Ist die Beleuchtung nur angeschraubt, muss nicht der komplette Schrank speziell entsorgt werden.

Was ist kein Elektroschrott?

Glühlampen und Halogenlampen ohne Schadstoffe können weiterhin in den Restmüll geworfen werden. Batterien und Akkus müssen im Handel oder bei kommunalen Sammelstellen gesondert zurückgegeben werden. Tonerkartuschen von Druckern können entweder bei freiwilligen Sammlungen von Händlern zurückgegeben werden oder gehören in den Restmüll. Autoradios, Warmwassergeräte und Klimageräte fallen ebenfalls nicht unter das Gesetz.

Wo wird Elektroschrott angenommen?

Neben den kommunalen Sammelstellen müssen auch größere Elektronikläden oder Online-Händler elektrische Oldies zurücknehmen. Ein Verzeichnis der Sammelstellen findet sich im Netz bei der Stiftung Elektro-Altgeräte Register unter www.ear-system.de/ear-verzeichnis/sammel-und-ruecknahmestellen.

Welche Gerätegrößen müssen Händler zurücknehmen?

Geräte, bei denen jede Seite kürzer als 25 Zentimeter ist, müssen immer zurückgenommen werden. Für größere Geräte gilt das Prinzip alt gegen neu: Wird ein Gerät gekauft, muss ein Gerät der gleichen Kategorie kostenfrei zurückgenommen werden. Beispiele sind Kühlschränke, Waschmaschinen und Trockner.

Das gilt auch, wenn das Gerät nach Hause geliefert wird. In diesem Fall müssen Verbraucher beim Kauf dem Händler mitteilen, ob ein Altgerät bei Auslieferung mitgegeben wird. Dieser Service muss beim stationären Handel immer kostenlos sein, beim Online-Handel können Kosten anfallen. Online-Händler können auch Sammelstellen benennen, dann müssen sie gar keine Geräte zurücknehmen.

Ist Elektroschrott Geld wert?

Einige Altgeräte wie etwa Handys, Monitore oder PC-Teile können Verbraucher auch verkaufen. Im Internet gibt es zahlreiche Händler. Allerdings lohnt sich das selten, da Schrotthändler hauptsächlich an Metallteilen Geld verdienen und entsprechend wenig zahlen. Womöglich transportieren sie die kaputten Geräte illegal ins Ausland und recyceln nicht. Die Verbraucherzentrale rät deshalb vom Verkauf ab. Funktionsfähige Geräte gehören Umweltschützern zufolge nicht in den Müll. Stattdessen könnten die Besitzer sie Sozialkaufhäusern und Secondhand-Läden spenden oder selbst auf Flohmärkten oder Ebay verkaufen.

Bei defekten Geräten lohnt es sich laut Verbraucherzentrale auch, bei Spezialisten nachzufragen, ob sich nicht eine Reparatur lohnt. Bastler können ihre Geräte in Repair-Cafés auch selbst unter Anleitung wieder flott machen. Oft ist nichts schlechter für die Umwelt, als wenn ein Gerät neu produziert werden muss.