ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:48 Uhr

Verkauf ostdeutscher Agrarflächen ist fast abgeschlossen

Berlin. Der Verkauf der einst staatlichen Felder und Wälder in Ostdeutschland ist fast abgeschlossen. Die Bodenverwertungs- und Verwaltungsgesellschaft (BVVG) habe in den vergangenen 20 Jahren gut 1,3 Millionen Hektar land- und forstwirtschaftlicher Flächen verkauft, sagte Geschäftsführer Wilhelm Müller am Donnerstag in Berlin. dpa/sm

Rund 1,5 Millionen Hektar seien zudem an frühere Eigentümer und Kommunen zurückgegeben worden. Damit habe die BVVG ihre Aufgabe inzwischen zu 80 Prozent erledigt.

Derzeit gehören der Gesellschaft, die für den Bund die ehemaligen DDR-Ackerflächen verkauft und verpachtet, noch rund sechs Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in den ostdeutschen Ländern. Insgesamt seien noch 350 000 Hektar Wald und Felder zu vergeben, sagte Müller. Die Wälder sollen bis 2014, die Äcker bis 2025 vollständig verkauft sein.

Bereits 2016 will die BVVG vier ihrer bislang acht Niederlassungen schließen - darunter die in Cottbus. Bestehen blieben dann nur die Büros in Schwerin, Magdeburg, Berlin und Dresden, sagte Geschäftsführer Detlev Hammann. Derzeit hat die BVVG noch rund 670 Mitarbeiter - in den kommenden Jahren könnte ihre Zahl um rund die Hälfte reduziert werden.

Die Preise für die ehemals staatlichen DDR-Agrarflächen steigen laut BVVG weiter - allerdings nicht mehr so stark wie in den vergangenen Jahren. Im ersten Halbjahr 2012 hätten Käufer durchschnittlich 13 704 Euro pro Hektar und damit acht Prozent mehr als 2011 gezahlt. In den vergangenen Jahren hatte es Steigerungen um mehr als 20 Prozent gegeben. "Die BVVG treibt die Preise nicht in die Höhe", betonte Müller. Grund für die Entwicklung sei vielmehr die steigende Nachfrage nach Ackerland - es wird wegen der Energiewende für den Anbau von Energiepflanzen wie Raps oder Mais gebraucht. Während die Nachfrage in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ungebrochen hoch sei, seien die Preise in der Magdeburger Börde inzwischen so gestiegen, dass der Kauf für viele Landwirte schon nicht mehr wirtschaftlich sei.