ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:05 Uhr

Verdi will Betriebsrenten sichern

Frankfurt/Main.. Nach massiven Mitarbeiterprotesten gegen die Kündigung der Betriebsrente will der Commerzbank-Vorstand Ende kommender Woche Gespräche mit Arbeitnehmervertretern aufnehmen.

"Die Gesprächsbereitschaft ist da", bestätigte Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller gestern in Frankfurt/Main. Zunächst solle das Ergebnis der Sitzung des Gesamtbetriebsrates abgewartet werden, der am Donnerstag in Düsseldorf zusammenkommt.
Ein Bank-Sprecher wies unterdessen einen Medienbericht zurück, wonach die Kündigung nur ein Trick gewesen sei, um den Weg für ein neues Modell freizumachen. Das "manager magazin" schrieb in seiner Online-Ausgabe, die Commerzbank habe von Anfang an geplant, eine andere, vergleichbare Form der Altersvorsorge einzuführen. Die Bank hatte die Kündigung der Betriebsrente Anfang des Jahres bekanntgegeben.
Gestern nahmen nach verdi-Angaben insgesamt 1550 Beschäftigte der Bank an Protestaktionen teil. Neben Hamburg waren Filialen in Dortmund, Hamm, Bielefeld, München und Bremen betroffen. Verdi kritisierte die Commerzbank-Führung scharf. "Jeder Förster versteht mehr von Nachhaltigkeit als dieser Vorstand", sagte der Fachbereichsleiter Finanzdienstleistungen Berthold Bose nach einer Betriebsversammlung der Commerzbank in Hamburg. Die Gewerkschaft werde ihre bundesweiten Protestaktionen erst beenden, wenn der Vorstand die Kündigung der Betriebsrenten zurücknehme. Für die kommende Woche sind weitere Aktionen geplant.
Zu Gerüchten über eine mögliche Fusion mit dem Konkurrenten HypoVereinsbank (HVB) sagte Müller: "Es gibt keine Verhandlung zwischen der HVB und uns." Es habe folglich auch keine Absage der HVB an die Commerzbank gegeben, wie in einigen Medien berichtet worden sei.
Müller räumte ein, dass die Konsolidierung in der Bankenbranche ein aktuelles Thema sei. So werde die angekündigte Übernahme des US-Kreditinstituts Bank One durch die Großbank J.P. Morgan Chase auf dem Weltwirtschaftsforum in der kommenden Woche in Davos ein wichtiges Thema sein. (dpa/B.M.)