Ein Gesetzentwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium gegen den Missbrauch dieser Nummern klammere den Mobilfunk aus und sei daher völlig unzureichend, erklärte der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) gestern in Berlin.
"Für Mehrwertdiensteabzocker ist dies eine Einladung auf dem Silbertablett, ihre Geschäfte auf Mobilfunkkunden zu konzentrieren", erläuterte vzbv-Vorstand Edda Müller. Nach dem Entwurf des Ministeriums ist unter anderem eine zentrale Datenbank geplant, bei der sich alle Anbieter mit 0190er- und 0900er Nummern registrieren lassen müssen.
Die Informationen sollen dann allen Verbrauchern frei zugänglich sein. Von dem Gesetzentwurf erfasst werden bisher allerdings nur Anbieter über Festnetz und Internet.
Gerade im Mobilfunk sei die Zahl der Missbrauchs- und Betrugsfälle jedoch besonders hoch, argumentieren die Verbraucherschützer. Durch SMS-Nachrichten oder Rückruf-Aufforderungen könnten Handybesitzer besonders leicht dazu animiert werden, teure Mehrwertdienstenummern anzurufen, ohne sich über die Kosten im Klaren zu sein. (afp/rb)