Beim Strom habe sich kein echter Wettbewerb entwickelt, bei Gas könnten private Verbraucher noch nicht einmal ihren bisherigen Versorger wechseln, sagte vzbv-Vorstand Edda Müller gestern in Berlin.
Für das Scheitern der Liberalisierung macht der Verband das Fehlen einer unabhängigen Regulierungsbehörde verantwortlich. Der deutsche Sonderweg eines frei verhandelbaren Netzzugangs sei in der Sackgasse, betonte Müller bei einer Bundestags-Anhörung. Für einen fairen Wettbewerb sei die Entflechtung von Netzbetreiber und Anbieter nötig. Durch die überzogenen Gebühren, die die Netzbesitzer ihren Konkurrenten aufbürdeten, sei es für neue Wettbewerber kaum möglich, Strom zu konkurrenzfähigen Preisen anzubieten.
Die von den Netzbetreibern erhobenen Nutzungsentgelte machten bis zu 70 Prozent des Strompreises für private Haushalte aus, beklagte Müller. Die Netzbetreiber würden die erzielten Gewinne zur Quersubventionierung ihres eigenen Stroms nutzen. Gewinner dieser Praxis sei die Industrie, der günstige Verträge angeboten werden, während die Privaten draufzahlen müssten. (ddp.vwd/rb)