Dazu soll es in den kommenden Wochen verschiedene Gespräche auf Verbandsebene geben. Der BDI verwies darauf, dass die USA Deutschlands wichtigster Handelspartner außerhalb der Europäischen Union sind. Rund zehn Prozent der deutschen Exporte gingen in die USA. Die gegenseitigen Investitionen liegen nach diesen Angaben bei rund 220 Milliarden Euro pro Jahr.
Auch andere Wirtschaftsverbände hatten sich wegen des politischen Streits schon besorgt um die Handelsbeziehungen geäußert. Konkrete negative Folgen sind nach Angaben eines BDI-Sprechers aber bisher nicht bekannt.

US-Firmen in Deutschland
Alle namhaften Unternehmen der Bundesrepublik wie Siemens, Deutsche Bank, DaimlerChrysler oder die Telekom sind in den USA mit Töchtern und Beteiligungen präsent. Umgekehrt sind auch die bekannten amerikanischen Unternehmen wie Ford, Exxon, General Electric, Philipp Morris oder IBM in Deutschland vertreten. Insgesamt gibt es in der Bundesrepublik rund 1800 Töchter amerikanischer Unternehmen, der BDI spricht sogar von mehr als 2000 US-Betrieben. Diese erwirtschafteten 2001 einen Umsatz von 540 Milliarden Euro.
800 000 Arbeitsplätze hängen in Deutschland von US-Firmen ab. An erster Stelle stehen am Umsatz gemessen die Ford-Werke (16,3 Milliarden Euro). Es folgen die General Motors-Tochter Opel (16,0), ExxonMobil (12,6) sowie die deutschen Töchter des Mischkonzerns General Electric (6,7) und des Marlboro-Riesen Philipp Morris (6,5).

Zweitwichtigstes Exportziel
Von Januar bis November 2002 exportierte Deutschland nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes Waren im Wert von 597,4 Milliarden Euro, davon entfielen 61,8 Milliarden Euro auf Exporte in die Vereinigten Staaten. Nur Frankreich lag mit 64,3 Milliarden Euro höher. Damit sind die USA voraussichtlich auch 2002 zweitwichtigster Abnehmer für deutsche Produkte geblieben. Und dies, obwohl die Ausfuhren dorthin in den ersten elf Monaten des Jahres zwei Prozent schwächer ausfielen, während die Exporte allgemein 1,3 Prozent zulegen konnten.
Über den Atlantik werden vor allem Autos und Kraftfahrzeugzubehör geliefert. Dies macht mehr als 40 Prozent aller Ausfuhren aus. Daneben spielen Maschinen, Chemieprodukte, Medizin-, Mess- und Regeltechnik sowie Industriezubehör eine wichtige Rolle. Umgekehrt ist Deutschland für die USA wichtiger Abnehmer von Autos, Chemieerzeugnissen, Maschinen und Informationstechnologie. (dpa/rb)