Die amerikanischen Verbraucher sind empört.
Die Schmerzgrenze in den USA liegt für europäische Gemüter ziemlich tief: 63 Euro-Cent kostet der Liter in den USA umgerechnet im Schnitt. Vor fünf Jahren war das Benzin nur halb so teuer. Das große Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel hat trotzdem nicht eingesetzt, auch mangels Masse: die Hauptstadt Washington etwa hat ein paar wenige U-Bahnlinien, doch werden die Vororte mit Bussen nur sporadisch angefahren.
Fahrgemeinschaften werden zwar überall gefördert. Auf Autobahnen in Stadtnähe gibt es „HOV“ -Spuren. Das steht für „High Occupancy Vehicle“ . Dort dürfen in den Stoßzeiten nur Wagen mit mindestens zwei Insassen fahren. Es gibt trotzdem kaum Autos mit mehr als einem Insassen.
In Virginia bei Washington gibt es eigens Parkplätze zum Einsammeln von Mitfahrern. „Das Timing ist aber schwierig: ich finde nicht immer gleich einen, der in die Gegend fährt, wo mein Büro ist“ , sagt Sekretärin Petra Jones.
So richten die Amerikaner sich notgedrungen darauf ein, an anderen Ecken und Enden zu sparen. Bart Spencer aus Bloomington im Bundesstaat Illinois arbeitet für eine Personalmanagementfirma. Er legte bei Kundenbesuchen oft 900 Kilometer am Tag zurück. Nun hat er in Computersoftware investiert, und trifft viele Klienten öfter virtuell. „Bei diesen Benzinpreisen muss das reichen“ , sagte er. Michael Tamraz aus Saylorsburg in Pennsylvania arbeitet in Manhattan, 130 Kilometer östlich. Er hat keine Wahl und fährt. Dafür hat er die Ausflüge mit seinen Kindern gestrichen.
Ein paar Autofahrer haben noch andere Ideen. „Streicht die Benzinsteuer!“ , verlangt USA-Today-Leser Michael Dukes. Die liegt je nach Bundesstaat im Durchschnitt bei umgerechnet zehn Euro-Cent pro Liter. Deutsche Autofahrer drücken pro Liter Unverbleites fast 66 Cent an den Fiskus ab.
Amerikanische Autos sind zudem nicht gerade sparsam. Laut Gesetz dürfen Mittelklassewagen nicht mehr als neun Liter für 100 Autobahnkilometer und elf Liter in der Stadt verbrauchen. In Deutschland kommen neu zugelassene deutsche Áutos im Schnitt auf weniger als sieben Liter. (dpa/ar)