Von Jan Siegel

Die Lausitz ist eine Region, die in den kommenden Jahren besonders viele gute Ideen braucht. Und die Region im Süden Brandenburgs und im Osten Sachsens ist auch genau die Gegend, wo es in Zukunft enorme Entfaltungsmöglichkeiten geben kann, für Menschen, die guten Ideen haben.

Gute Ideen in der Region des Wandels zusammenzubringen, das hat sich die Wirtschaftsinitiative Lausitz (WIL) auf ihre Fahne geschrieben. Die Initiative ist ein Zusammenschluss von engagierten Unternehmen und Kammern. Am Mittwoch hat die WIL zum nun schon 16. Mal ihren Wettbewerb um den Lausitzer Existenzgründerpreis – Lex – gestartet. Gesucht werden gute Geschäftsideen, die sich zu neuen Keimzellen für die wirtschaftliche Zukunft der Lausitz entwickeln können.

Wer beim Wettbewerb mitmachen kann

Der Wettbewerb richtet sich in erster Linie an Studenten, Absolventen, wissenschaftliche Mitarbeiter und Entwickler, die mit einer Geschäftsidee oder einer Entwicklung den mutigen Schritt in die Selbstständigkeit wagen wollen. Auf diesem Feld haben die Initiatoren des Lex-Wettbewerbs durchaus einige Erfolge vorzuweisen. Immerhin gehen auf das Konto der Initiative in den zurückliegenden Jahren mehr als 300 Gründungen, Geschäftsfelderweiterungen oder Unternehmensnachfolgen.„Gerade angesichts der Strukturwandels ist es uns ein Anliegen, angehende Unternehmer schon während der Gründung zu begleiten“, sagt Michael von Bronk, der Vorstandsvorsitzende der Wirtschaftsinitiative Lausitz.

Kostenlose Beratung für jeden

Die Idee hat Charme. Am Ende gewinnen nämlich nicht nur die Preisträger des Lex-Wettbewerbs. Alle eingereichten Ideen und Konzepte werden in Zusammenarbeit dem Gründerzentrum „Zukunft Lausitz“ intensiv mit den Einreichern besprochen. Alle Teilnehmer bekommen auf diese Weise Zugang zu kostenfreien Gründerberatungen und Coatchings, die ihnen wertvolle Hinweise geben können für eine spätere Gründung. „Ich freue mich schon auf möglichst viele Einreichungen“, sagt „Zukunft Lausitz“-Geschäftsführer Marcel Linge. „Es gibt durchaus einen Gründergeist in der Lausitz. Das ist genau das, was die Region jetzt braucht: Menschen, die den Mut finden, mit ihrer eigenen Idee durchzustarten.“

Ein junger Wissenschaftler, der mit einer zukunftsweisenden Idee den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hat, ist Ricardo Remus. Der Bauingenieur und Beton-Technologe hat in Cottbus und Weimar studiert, dabei ein neuartiges Verfahren zur Herstellung von Beton entwickelt und sich patentieren lassen. Sein „Geheimnis“ ist dabei der Einsatz von Ultraschallwellen. Damit wird die Herstellung des wichtigen Baumaterials nicht nur enorm beschleunigt werden. Gleichzeitig wird damit viel Energie gespart. „Die Qualität des Betons bleibt am Ende die Gleiche“, verspricht der Jungunternehmer. „Mein Ziel ist, nicht weniger als die Betonherstellung zu revolutionieren“, gab sich Ricardo Remus selbstbewusst, als er im Herbst den Hauptpreis beim Lex-Wettbewerb 2018 entgegennahm.

Interessenten aus Russland

Am Mittwoch erzählt er stolz, dass sich die Aufmerksamkeit rund um den Wettbewerb für ihn ausgezahlt hat. „Seitdem haben sich Interessenten aus Baden-Württemberg und sogar aus Russland gemeldet, die sich für unsere Verfahren interessieren“, sagt Remus. Inzwischen konnte er zwei Absolventen von der BTU Cottbus-Senftenberg und der TU Dresden in seiner jungen Firma anstellen.

Auch in diesem Jahr setzen die Initiatoren des Lex auf die ganz jungen Forscher. Angesprochen werden sollen beim Wettbewerb nämlich wieder Schulen, die sich mit eigenen Ideen in einer eigenen Sparte bewerben können. Damit wollen die Initiatoren schon den wissenschaftlichen Nachwuchs für eigene Initiativen erreichen und die Basis legen vielleicht für die Zusammenarbeit mit den Absolventen von morgen.