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Unternehmen blicken optimistisch in die Zukunft

Das Baugewerbe sorgt für eine positive Stimmung im südbrandenburgischen Handwerk.
Das Baugewerbe sorgt für eine positive Stimmung im südbrandenburgischen Handwerk. FOTO: dpa
Cottbus. Die regionalen Handwerker sind überwiegend zufrieden. Das geht aus dem aktuellen Konjunkturbericht der Handwerkskammer Cottbus hervor. Die Unternehmen sind ausgelastet – doch steigende Lohnkosten und Fachkräftemangel trüben die Aussichten. Anja M. Lehmann

Die Konjunktur im südbrandenburgischen Handwerk zeigt sich weiterhin robust. So das Fazit der Handwerkskammer Cottbus (HWK) in ihrem aktuellem Konjunkturbericht, der am Dienstag vorgelegt wurde.

Über 90 Prozent der befragten Handwerksunternehmen sind mit ihrer derzeitigen Geschäftslage zufrieden. Damit hätten sich die Erwartungen der Betriebe aus der Herbstumfrage bestätigt, erläuterte Michel Havasi von der HWK. Getragen wird die weitgehend positive Stimmung vom Ausbau- und Bauhauptgewerbe. Der Konjunkturmotor Wohnungsbau brummt. Dank des milden Winters konnten Aufträge aus dem Vorjahr abgearbeitet werden, die Auftragslage ist stabil. Über die Hälfte der Betriebe ist zu mehr als 80 Prozent ausgelastet - das sorge auch für stabile Beschäftigungsverhältnisse, so Havasi. Etliche Baufirmen könnten demnach noch mehr Aufträge abarbeiten, wenn sie genügend Mitarbeiter hätten.

Während sich das Geschäftsklima auch im Nahrungsmittelhandwerk und dem Kfz-Gewerbe verbesserte, sank die Zufriedenheit im Handwerk für gewerblichen Bedarf (minus 7,9 Prozent), im Gesundheitshandwerk (minus 28,6 Prozent) und bei den Dienstleistern (minus 14,6 Prozent).

Insgesamt schätzen nur 66,7 Prozent der Unternehmen im Dienstleistungssektor ihre Geschäftslage als zufriedenstellend ein. Gewerkeübergreifend ist das der schlechteste Wert.

Ein Zusammenhang mit der Einführung des Mindestlohns besteht laut HWK nicht. "Es gab aus unserer Sicht keine größeren Auswirkungen der Mindestlohn-Einführung", sagte Geschäftsführer Knut Deutscher. Die Entwicklung der letzten Zeit, insbesondere im Lohnsektor, werde jedoch weiterhin zu steigenden Preisen führen. Bereits jetzt haben deutlich mehr Dienstleister ihre Preise angehoben. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass die steigenden Lohnkosten an die Kunden weitergegeben werden, heißt es. Demgegenüber haben 94,4 Prozent der Dienstleister an ihrem Personal festgehalten. Ein Trend, der sich auch im Gesundheitsgewerbe zeigt. Zwar verschlechterte sich bei fast jedem dritten Betrieb die Geschäftslage. Mehr als die Hälfte der Unternehmen berichtet von sinkenden Erlösen. Trotz dieser Entwicklung wurden jedoch keine Arbeitsplätze abgebaut. Denn wie ein roter Faden durch alle Gewerke zieht sich ein Mangel an Fachkräften.

Geeignetes Personal zu finden, gestaltet sich nicht in allen Branchen gleichermaßen schwierig. Doch besonders in Berufen der Gesundheitswirtschaft werden bereits Fachkräfteengpässe spürbar. Auch die Zahl von Unternehmen, die einen Nachfolger suchen, ist deutlich angestiegen. Vor allem im Handel, im Dienstleistungssektor und im Elektro- sowie Metallgewerbe werden Nachfolger gesucht.

Zum Thema:
Neun von zehn Betrieben sind mit ihrer derzeitigen Geschäftslage zufrieden. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg der Wert um 2,6 Prozentpunkte. Hohe Zufriedenheit herrscht im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe mit 96,7 sowie 94,7 Prozent. Das Nahrungsmittelgewerbe bleibt stabil bei 90 Prozent. Das Kfz-Gewerbe verzeichnet ein deutliches Plus von 11,1 Punkten auf 84,4 Prozent. Gedämpfte Stimmung hingegen im personenbezogenen Dienstleistungsgewerbe. Hier schätzen 66,7 Prozent der befragten Betriebe ihre Geschäftslage als zufriedenstellend ein.