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| 07:38 Uhr

Umstrittenes Kohlekraftwerk
Neue Verzögerungen bei Datteln 4 werden für Uniper teuer

Düsseldorf. Uniper muss bei seinem krisengeplagten Kraftwerk Datteln 4 einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Die Inbetriebnahme verschiebt sich dadurch erneut. Der Energiekonzern schreibt auf die Anlage rund 270 Millionen Euro ab.

Uniper muss bei seinem krisengeplagten Kraftwerk Datteln 4 einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Die Inbetriebnahme verschiebt sich dadurch erneut. Der Energiekonzern schreibt auf die Anlage rund 270 Millionen Euro ab.

Eine erste Schadensanalyse des im Bau befindlichen Kraftwerks habe ergeben, dass die Kesselwände komplett ausgetauscht werden müssten, teilte der Energieversorger Uniper am späten Montagabend mit. Damit verzögere sich die Inbetriebnahme weiter, mit der nun voraussichtlich im Sommer 2020 gerechnet wird. Zudem verursacht der Aufschub eine außerplanmäßige Abschreibung auf das Kraftwerk von rund 270 Millionen Euro.

Umweltschützer kämpfen seit Jahren gegen den Bau, der ursprünglich 2011 ans Netz gehen sollte. Erst im März hatte Uniper den Zeitplan für die Inbetriebnahme der Anlage über den Haufen geworfen und erklärt, vor dem vierten Quartal 2018 werde das Kraftwerk sicher nicht in Betrieb gehen. Vielmehr seien weitere Verzögerungen möglich, da allein 35.000 Schweißnähte überprüft werden müssten.

Uniper hält an Gewinnziel für 2018 fest

Die frühere Uniper-Mutter Eon hatte den Grundstein für das Kraftwerk bereits 2007 gelegt. Wegen Mängeln beim Bau waren die Arbeiten nach einem Gerichtsurteil 2009 zeitweise komplett zum Erliegen gekommen. Inzwischen hat Uniper die notwendigen Genehmigungen, doch jetzt sorgen Schäden an der Kesselanlage für Verzögerungen. In die Anlage sind bereits Investitionen von über 1,2 Milliarden Euro geflossen.

Uniper muss außerdem ein enttäuschendes erstes Quartal verkraften. Von Januar bis März sei das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) von 514 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf nun 350 Millionen Euro gesunken, hieß es weiter. Indes hält das Unternehmen am Gewinnziel für 2018 fest.

Der Energiekonzern steht vor einem Wechsel des Großaktionärs. Eon hatte 2017 vereinbart, sein Aktienpaket an den finnischen Branchenkollegen Fortum zu verkaufen. Fortum hatte ein öffentliches Angebot abgegeben, das jedoch außer bei Eon nur auf wenig Resonanz stieß. Noch stehen einige Genehmigungen der Regulierungsbehörden aus, etwa in Russland.

(wer)