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Luftqualität in der EU
Umweltverbände fordern harte Linie gegen Deutschland

Messgeräte des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz erfassen die Feinstaubbelastung in Düsseldorf. Foto: Martin Gerten/Archiv
Messgeräte des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz erfassen die Feinstaubbelastung in Düsseldorf. Foto: Martin Gerten/Archiv FOTO: Martin Gerten
Brüssel. Vor einem Krisengespräch in Brüssel über die viel zu schlechte Luft in etlichen deutschen Städten drängen Umweltverbände die EU-Kommission zu einer harten Linie gegen Deutschland. dpa

Vor einem Krisengespräch in Brüssel über die viel zu schlechte Luft in etlichen deutschen Städten haben Umweltverbände die EU-Kommission zu einer harten Linie gegen Deutschland gedrängt.

Die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung reichten nicht, um die EU-Grenzwerte für Luftqualität einzuhalten, erklärten die Verbände VCD, BUND, DUH und NABU am Montag gemeinsam. Deshalb solle Brüssel den Druck auf die Bundesregierung aufrecht erhalten.

Die EU-Kommission bekräftigte die Drohung mit einer Klage gegen Deutschland und acht andere Länder, die wegen zu hoher Stickoxid- oder Feinstaubwerte für Dienstag nach Brüssel geladen sind. Eine Hauptquelle für die Schadstoffe in Innenstädten sind Dieselfahrzeuge. Das Gespräch bei EU-Umweltkommissar Karmenu Vella sei die letzte Chance für eine Lösung. „Sonst werden diese Fälle natürlich den Weg zum Gericht finden“, sagte ein Kommissionssprecher.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hielt sich vorab bedeckt. Die SPD-Politikerin werde bei dem Treffen auf das im November beschlossene Förderprogramm „Saubere Luft“ für Projekte in den Städten eingehen und die Ergebnisse des nationalen Dieselforums vom August darstellen, sagte ein Sprecher. Zudem werde sie deutlich machen, dass alle verantwortlichen Stellen in Kommunen, Ländern und Bund sich ihrer Verantwortung bewusst seien.

Die neue Grünen-Chefin Annalena Baerbock sagte, Hendricks stehe „ganz persönlich als Umweltministerin“ in der Pflicht. Die SPD-Politikerin dürfe nicht als „Büttel“ der Bundesregierung oder der Automobilindustrie nach Brüssel fahren. Sie müsse klar machen, dass es um Umwelt- und Gesundheitsfragen gehe, „und dass es nicht sein kann, jetzt irgendwelche Klagen abzuwenden“.

Das Sofortprogramm "Saubere Luft" der Bundesregierung