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| 09:12 Uhr

Handelsstreit
Thyssenkrupp sieht sich von US-Stahlzöllen wenig betroffen

Exklusiv | Essen. Der deutsche Stahlhersteller Thyssenkrupp sieht sich von den angekündigten US-Strafzöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte direkt kaum betroffen. Allerdings drohen "Kaskadeneffekte".

"Wir haben nur ein geringes Engagement in den USA", sagte ein Sprecher von Thyssenkrupp am Freitag zu dpa-AFX. Abzuwarten bleibe allerdings, ob es zu möglichen "Kaskadeneffekten" kommen werde. Diese negativen Folgen für den europäischen Stahlmarkt hatte bereits der Präsident des deutschen Stahlverbandes, Hans Jürgen Kerkhoff, benannt. Angesichts der geplanten Zölle in den USA würden Exporteure ihre Augen auf den offenen EU-Markt richten, der durch keine Importzölle oder andere Handelshemmnisse beschränkt sei, hatte Kerkhoff gewarnt, der daher eine neue "Stahlschwemme" aus nicht EU-Ländern befürchtet.

Auch ein Sprecher von Salzgitter verwies auf die Aussagen Kerkhoffs. Für sein Unternehmen selbst erklärte er, zunächst die Details der Entscheidung abwarten zu wollen und dann prüfen, "welche konkreten Auswirkungen such für uns ergeben". US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag angekündigt, Importe von Stahl und Aluminium von kommender Woche an mit Zöllen zu belegen. Die EU droht direkt mit Vergeltung.

Trotzdem ist die deutsche Wirtschaft in Sorge. Es bestehe die Gefahr, dass andere Länder dem Beispiel der USA folgen und das gesamte Welthandelssystem "zum Nachteil aller weiter aushöhlen", sagte Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Zölle würden "den Marktzugang in die USA" erschweren und könnten zu höheren Preisen beim US-Verbraucher führen. "Gerade die hoch-internationalisierte deutsche Wirtschaft ist auf offene Märkte und ein funktionierendes Welthandelssystem angewiesen." Der DIHK ist die Spitzenorganisation der Industrie- und Handelskammern und repräsentiert die gesamte gewerbliche Wirtschaft in Deutschland.

(wer)