S&P stufte in London ThyssenKrupp als spekulative Anlage ein und begründete dies mit Sorgen wegen bestehender Pensionsverbindlichkeiten.
Die Nachricht sorgte für einen Kursrutsch - zeitweise um bis zu sieben Prozent. Aktionärssprecher befürchteten auf der Hauptversammlung sogar Kurseinbußen um bis zu zehn Prozent. Anteilseigner und Unternehmen wiesen die Herabstufung durch die Ratingagentur als unbegründet zurück.

20 Millionen Euro Schaden
"Ärgerlich ist, dass der Kurs sinkt, obwohl sich bei ThyssenKrupp nichts ändert", sagte Thomas Hechtfischer von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Ein ThyssenKrupp-Sprecher bezifferte die finanziellen Auswirkungen der Herabstufung für das Unternehmen auf jährlich rund 20 Millionen Euro durch höhere Zinsbelastungen.
Konzernchef Ekkehard Schulz wies eine mögliche Strategieänderung nach der Herabstufung zurück. "Wir führen das Unternehmen nicht nach Empfehlungen der Rating-Agenturen, sondern nach Konzepten, die wir für richtig halten." Schulz stellte erneut eine deutliche Verbesserung des Ergebnisses für das laufende Geschäftsjahr 2002/2003 (bis Ende September) in Aussicht.
Insbesondere im ersten Halbjahr erwarte das Unternehmen einen deutlich höheren Gewinn als im schwachen ersten Halbjahr 2001/2002. Von Oktober bis Dezember hatte ThyssenKrupp sein Konzernergebnis vor Steuern vor allem durch den Aufwind bei Stahl von 28 Millionen Euro auf 141 Millionen Euro kräftig steigern können.
Ausschlaggebend für den Geschäftsverlauf in der zweiten Jahreshälfte sei jedoch die weitere konjunkturelle und politische Entwicklung, sagte Schulz. Für 2003/2004 halte das Unternehmen an seinem Ziel eines Vorsteuergewinnes von 1,5 Milliarden Euro fest. Dabei gehe man davon aus, dass ein möglicher Konflikt im Mittleren Osten keine länger andauernden negativen Einflüsse auf die Weltwirtschaft und damit auf das Unternehmen haben werde.

Vergütung nach Erfolg
Im Geschäftsjahr 2001/2002 hatte das Unternehmen bei einem Umsatz von knapp 36,7 Milliarden Euro ein Vorsteuer-ergebnis von 419 Millionen Euro erwirtschaftet. Kontrovers diskutiert wurde die künftig von ThyssenKrupp geplante stärkere Koppelung der Aufsichtsratsbezüge an den Unternehmenserfolg nach den Empfehlungen der Regierungskommission Corporate Gover- nance. Bei der vorgesehenen Erhöhung der Bezüge bei steigenden Gewinnen, müsse es auch zu einer Reduzierung kommen, wenn keine Erträge erwirtschaftet würden, meinte ein Aktionär. (dpa/rb)