Spezialitäten aus dem Freistaat werden nach mehreren Anläufen von der Europäischen Kommission in das Register der geschützten regionalen Herkunftszeichen aufgenommen, wie Agrarminister Volker Sklenar (CDU) gestern in Erfurt verkündete.
Sklenar bezog sich auf ein Schreiben vom 3. Januar 2003 aus Brüssel. "Die Kommission wird gemäß Artikel 6, Absätze 3 und 4 diese Bezeichnung in das Verzeichnis der geschützten geographischen Angaben eintragen", heißt es darin.
Thüringer Brat-, aber auch Rot- und Leberwurst gehören dann zu den etwa 400 europaweit geschützten geographischen Ursprungsbezeichnungen und dürfen nicht nachgemacht werden. Sie stehen damit in einer Reihe mit Klassikern wie Champagner, Parma-Schinken oder Parmesan-Käse. "Wir sind stolz", sagte Rainer Wagner vom Herkunftsverband Thüringer und Eichsfelder Wurst. Er hatte den Wurst-Schutz initiiert.
Fünf Jahre dauerte die Rangelei um den Schutz des Thüringer Originals. 20 Einsprüche allein von Wettbewerbern aus Deutschland gingen bei der EU-Kommission ein. Nun teilte sie mit, die Einsprüche aus Deutschland seien unzulässig. "Schließlich gibt es in Deutschland schon seit 1995 eine Eintragung der Wurstbezeichnung als Marke beim Patentamt München. Damit war das Verfahren national gelaufen", erläutert Horst Schubert vom Agrarministerium. Die ausländischen Einsprüche seien zurückgezogen worden. Damit war der Weg frei. (dpa/sm)