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| 01:04 Uhr

Telekom holt sich Geld am Kapitalmarkt

Drei bis vier Milliarden Euro will sich die Deutsche Telekom am Kapitalmarkt besorgen und dafür eine Unternehmensanleihe herausgeben. Diesen Weg, Liquidität zu sichern, hat jüngst auch KarstadtQuelle eingeschlagen. Der angeschlagene Kaufhauskonzern stützt so die Finanzierung seines Sanierungsprogramms. Auch die ostdeutsche Schokoladenfabrik Halloren Halle hat den Anleger schon mit einer Unternehmensanleihe verführt. Anleihen sind eine gute Alternative für Börsenmuffel mit leichtem Hang zum Spekulativen. Auch hier gilt, sich vorher genau über Bonität und Sicherheit des Herausgebers der Anleihe zu informieren. Von Stefan Wolff

Die Telekom bringt Bewegung in den Unternehmensanleihe-Reigen in diesem Jahr. Sie will das derzeit günstige Kapitalmarktumfeld nutzen, um Geld in die Kasse zu bekommen. Für etwas risikofreudigere Anleger können Unternehmensanleihen eine interessante Alternative sein. Sie werfen in der Regel deutlich höhere Zinsen ab als Staatspapiere. Allerdings ist hier auch das Ausfallrisiko größer, weil Firmen pleite gehen können, Staaten aber theoretisch nicht. Anleger sollten sich über die Bonität des Herausgebers der Anleihe und die Sicherheit der Anlage informieren.

Mit Firmenvermögen besichert
Bei Unternehmensanleihen dient das Firmenvermögen als Besicherung, von Immobilien bis hin zu Maschinen und Büroeinrichtung. Wird ein Unternehmen zahlungsunfähig, werden die Anleger mit diesem Vermögen abgefunden. Dabei ist wichtig zu wissen, ob man eine nachrangige Anleihe im Depot hat. In diesem Fall werden alle anderen Gläubiger bevorzugt bedient. Besser ist eine Patronage. Hier steht ein Bürge, zum Beispiel eine Konzernmutter, für Schulden gerade.
Genau genommen handelt es sich bei Anleihen um Kredite des Anlegers an Staaten, Bundesländer, Gemeinden oder Unternehmen. Als Gegenleistung erhalten sie Zinsen und - am Ende der Laufzeit - das eingesetzte Kapital zurück.
Ein kaum überschaubares Angebot sorgt jedoch für Verunsicherung. Außerdem ist nicht jede Anleihe ohne Risiko. Als Faustregel gilt: Je höher der versprochene Zins, desto größer das Ausfallrisiko. Dabei sind Bundesschatzbriefe sicherer als unter der Matratze geparktes Geld. Die Papiere werden nicht an der Börse gehandelt. Die Zinsen können entweder jährlich (Typ A) oder aufgesammelt am Ende der Laufzeit (Typ B) eingestrichen werden.
Der Anleger sollte beachten, dass eine einmalige Ausschüttung des Gewinns auch den Fiskus anlockt, das heißt es werden unter Umständen höhere Steuern fällig. Bei Schatzbriefen gibt es so oder so am Ende der Laufzeit das eingesetzte Geld zurück. Auch während der Laufzeit kann man kündigen, dann aber werden Gebühren fällig. Grundsätzlich lohnt es sich aber, am Ball zu bleiben, da die Verzinsung gestaffelt ist, das heißt: sie steigt mit der Laufdauer, bis auf aktuell 5,5 Prozent im siebenten Jahr.

Mit Staatsanleihen auf Nummer sicher
Etwas mehr Rendite lässt sich mit an der Börse gehandelten Bundesanleihen erwirtschaften. Allerdings bleibt ein Kursrisiko, das sich ausschalten lässt, wenn die Laufzeit voll ausgekostet und der eingesetzte Betrag eingestrichen wird.
Staatsanleihen sind übrigens nicht besichert, da öffentliche Haushalte als nicht konkursfähig gelten. Seit der Zahlungsunfähigkeit Argentiniens wird allerdings ein mögliches Insolvenzrecht für Nationalstaaten diskutiert. Bis es soweit ist, gibt das „Rating“ - die Einschätzung der Kreditwürdigkeit - exklusiv Auskunft über die Ausfallwahrscheinlichkeit. Die Einschätzungen reichen von „Triple A“ , was so viel bedeutet wie bombensicher, bis „Junk“ , wobei man die Übersetzung Müll durchaus wörtlich nehmen kann. Deutschland gilt trotz der angespannten Haushaltslage als sicherer Hafen. Steueraufkommen und Staatsvermögen gelten als sichere Einnahmequellen. Je schlechter die Bonität eines Staats, desto höher liegen die angebotenen Zinsen.
Diese Faustregel gilt nicht nur bei den Staatsanleihen sondern auch bei anderen festverzinslichen Wertpapieren, bei denen sich darüber hinaus auch ein Blick auf die Besicherung lohnt, also auf die Substanz, auf die im Havariefall zurückgegriffen werden kann. Bei Pfandbriefen, die ausschließlich von Hypothekenbanken und den Landesbanken herausgegeben werden dürfen, ist das Risiko durch Grund und Boden gedeckt, Schiffspfandbriefe sind durch Hypotheken auf Schiffe besichert.