Wie die Bonner Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) gestern in Bonn mitteilte, stieg der Umsatz bei den Telefonanbietern um 3,2 Prozent auf 61 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten ging allerdings erstmals seit der Liberalisierung des Marktes im Jahr 1998 zurück. Die Verbraucher mussten für manche Arten von Ferngesprächen wieder mehr zahlen.
RegTP-Präsident Matthias Kurth wertete die Gesamtentwicklung als Beleg für eine weitere Konsolidierung in den Telekommunikationsmärkten. Angesichts von Stellenstreichungen bei Anbietern oder der Aufgabe des UMTS-Geschäfts bei den Unternehmen Quam und Mobilcom sank die Zahl der Beschäftigten um 11 700 auf 230 100 Mitarbeiter. Der von der Deutschen Telekom angekündigte Abbau von 50 000 Stellen ist demnach in der Jahresstatistik nicht berücksichtigt.
Nach Jahren sinkender Preise mussten Telefonkunden den Daten der Regulierungsbehörde zufolge für nationale Ferngespräche im Festnetz zuletzt wieder geringfügig mehr zahlen. Demnach lagen die Minimaltarife für tagsüber geführte Gespräche im Januar bei 2,2 Cent pro Minute. Ein Jahr zuvor hatten die Kunden im günstigsten Fall nur zwei Cent zahlen müssen.
Ungeachtet diese punktuellen Anstiegs sieht die Behörde die Bilanz für die Verbraucher seit der Marktliberalisierung 1998 deutlich im Plus: So liege der Durchschnittspreis für inländische Ferngespräche heute bei rund sieben Prozent des Betrags vor Monopolzeiten. Auslandsgespräche seien gleichzeitig 95 Prozent billiger geworden. Der Bonner Behörde zufolge telefonierten Ende 2002 in den deutschen Handy-Netzen 59,2 Millionen Mobilfunkkunden, knapp drei Millionen mehr als ein Jahr zuvor. Die Gesamtumsatzerlöse der Mobilfunkbranche stiegen im Vorjahresvergleich um 2,8 Prozent auf 23,7 Milliarden Euro. (afp/maf)