Oktober den Schritt auf das Parkett wagen, wie der Konzern am Dienstag in München informierte. Eine Mehrheit von fast 77 Prozent wollen die Spanier aber behalten.

Unter den Mobilfunkern in Deutschland ist O2 mit 18,8 Millionen Kunden die Nummer vier. Der Börsengang soll bis zu 1,68 Milliarden Euro einspielen und wäre so der größte in Deutschland seit fünf Jahren.

Telefónica braucht dringend frisches Geld. Die Spanier ächzen unter einer Schuldenlast von mehr als 58 Milliarden Euro. Neben dem Erlös des Börsengangs verspricht Telefónica Germany noch 500 Millionen Euro Dividende für 2012 und stellt für die Zukunft höhere Ausschüttungen in Aussicht. Eine hohe Summe, denn im ersten Halbjahr verdiente Telefónica Germany unter dem Strich 55 Millionen Euro.

Dabei haben die Spanier dem Vernehmen nach bereits vor wenigen Wochen milliardenschwere Barreserven von der deutschen Tochter wieder nach Spanien gebucht und auch Zusagen für Zuwendungen an Telefónica Germany wieder kassiert. Dabei braucht O2 selbst viel Geld, etwa um den Ausbau des Netzes oder den Start des neuen LTE-Angebots für schnelleres Internet via Mobilfunk zu finanzieren. Laut Branchenverband Bitkom müssen die deutschen Netzbetreiber in den kommenden Jahren acht bis zehn Milliarden Euro in den Ausbau ihre Netze in Deutschland stecken.