Zu der Gläubigerversammlung fanden sich allerdings nur etwa Hundert der rund 750 000 Gläubiger im Kölner Staatenhaus ein.

Das Unternehmen, das im Frühsommer Insolvenz anmelden und die Belieferung der Kunden einstellen musste, schuldet vor allem Hunderttausenden von Kunden Geld, die ihren Strom im Voraus bezahlt hatten, dann aber nicht mehr geliefert bekamen. Insgesamt dürfte es sich um einen dreistelligen Millionenbetrag handeln, hieß es am Rande der Gläubigerversammlung. Das Insolvenzverfahren – gemessen an der Gläubigerzahl das größte in der deutschen Geschichte – wird nach Einschätzung Bährs mehr als sechs Jahre in Anspruch nehmen.

Den Grund für die spektakuläre Pleite sieht Bähr in der Firmenstrategie. Teldafax habe alles daran gesetzt, eine möglichst große Anzahl von Energiekunden zu gewinnen, um damit für potenzielle Investoren interessant zu werden. Um dies zu erreichen, habe das Unternehmen seinen Kunden Tarife angeboten, die vielfach deutlich unter den Einkaufspreisen lagen. Die damit verbundenen Verluste seien durch die Vorauszahlungen neuer Kunden finanziert worden.

Das System sei kollabiert, als im Herbst vergangenen Jahres durch Medienberichte die Probleme der Firma öffentlich bekannt geworden seien.