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Tchibo engagiert sich in Afrika

Das Unternehmen Tchibo kennen viele als Kaffeeröster. Deutschlands führender Kaffeehändler bietet seinen Kunden aber nicht nur ein viel breiteres Sortiment, sondern hat auch ein zweites Gesicht. Denn das Hamburger Unternehmen ist bekannt für sein ethisches Handeln.

Unter anderem zeichneten die Bundesregierung und die EU Tchibo mit dem Preis Corporate Social Responsibility für verantwortungsvolles Unternehmertum aus. Der Kaffeeröster ist aber nicht nur im Inland engagiert, sondern auch in Afrika. Dort konnten die Hamburger vor Kurzem drei Projekte erfolgreich abschließen.

Hilfe für die Baumwollerzeuger in Afrika

Tchibo bezieht unter anderem Kaffee und Baumwolle aus Afrika. Um den Erzeugern ein faires Einkommen zu ermöglichen, übernimmt das Unternehmen einen Großteil seiner Produkte im fairen Handel. Aktuell stammen zum Beispiel rund 70 Prozent der Baumwolle für Textilien in den eigenen Verkaufsplätzen von Baumwollbauern, die einem Fair-Trade-Projekt angeschlossen sind. Dabei arbeitet Tchibo unter anderem mit der Aid by Trade Foundation zusammen, die unter dem Lable Cotton made in Africa (CmiA) Baumwolle als Fair-Trade-Ware liefert. Auf Basis dieser Kooperation entschied das Unternehmen, sich in den Ländern Benin und Sambia zusätzlich zu engagieren.

Dabei rückten die Kinder der Baumwollanbauer in den Fokus. Diesen wollte der Konzern eine gute Schulbildung ermöglichen. Denn diese ist insbesondere in ländlichen Regionen Afrikas keine Selbstverständlichkeit. Daher baute Tchibo sowohl in Benin als auch in Sambia jeweils fünf Schulen. Die Gebäude bilden die Basis für eine Hilfe zur Selbsthilfe. Eine gute Ausbildung ist der Schlüssel für Fortschritte beim Bekämpfen sozialer und wirtschaftlicher Missstände in den Ländern. Allerdings stehen die Schulgebäude nur stellvertretend für ein Gesamtkonzept.

Tchibos Schulprojekt in Benin

Im westafrikanischen Benin hat Tchibo die Schulgebäude mir Solaranlagen ausgestattet. Damit sind die Einrichtungen unabhängig vom regionalen Stromnetz und können selbst Energie erzeugen. Damit aber nicht genug: Der Schulgarten ist groß genug, dass die eigene Ernte ausreicht, um den Schülern eine warme Mahlzeit pro Tag zu ermöglichen. Ein kleiner Luxus für Kinder in dem sehr armen Land am Atlantik. Zugleich hat das Unternehmen die schulischen Strukturen gestärkt und rund 10.000 Lehrbücher und 20.000 Schuluniformen angeschafft. Die in Benin vorgeschriebenen Uniformen haben Anbieter vor Ort geschneidert, sodass die Investition zu 100 Prozent bei der Bevölkerung Benins ankommt.

Tchibos Schulprojekt in Sambia

Im südostafrikanischen Binnenstaat Sambia hatte das Projekt einen anderen Schwerpunkt. Zwar hat Tchibo auch hier fünf Schulgebäude errichten lassen. Aber im Mittelpunkt dieses Neubaus steht ein Brunnen. Dieser versorgt nicht nur die Schule und damit die Schüler mit frischem und sauberem Trinkwasser, sondern auch das umliegende Dorf. Das Fehlen von sauberem Trinkwasser ist in vielen ländlichen Regionen Afrikas eines der größten Probleme überhaupt. Denn ohne dieses breiten sich zum Beispiel Krankheiten schneller aus.

Neben dem Brunnen ist auch in den in Sambia gebauten Schulen der dazu gehörende Garten ein wichtiger Faktor der Hilfe zur Selbsthilfe. Dieser versorgt die Schüler mit ausreichenden Produkten, um daraus täglich eine warme Mahlzeit zuzubereiten. Zugleich ist er aber auch Objekt, um den Schülern alternative und nachhaltige Anbauweisen spielerisch zu erläutern. Bis Mitte 2015 sollen fünf weitere Schulen ähnlicher Ausstattung folgen. Dabei arbeitet Tchibo wie bei den bisherigen mit der lokalen Baumwollgesellschaft Cargill und der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft zusammen.

Das Mount Kenya Projekt

Einen völlig anderen Ansatz verfolgte Tchibo mit dem Mount Kenya Project. Am Fuße des höchsten Berges von Kenia wachsen die vielleicht besten Kaffeebohnen Ostafrikas. Tchibo sah sich hier in der ethischen Verantwortung, die Frauen der Kaffeebauern zu unterstützen. Denn diese Frauen bieten das strukturelle Rückgrat, auf dem der Kaffee erst angebaut werden kann. Während die Männer auf den Plantagen arbeiten, versorgen sie die Familie und holen Wasser aus häufig kilometerweit entfernten Brunnen. Dennoch erhalten Sie kaum Anteile aus dem Erlös des Kaffeeanbaus.

Hier setzet Tchibo mit einem sehr nachhaltigen Projekt an. In enger Absprache mit den Frauen unterstützen die Hamburger das Bestreben nach Selbstbestimmung. Das Unternehmen schaffte Nutztiere an, versorgten die Frauen mit Baustoffen und Bildung und verbesserte die Wasserversorgung. Das bildete die Grundlage für eine deutlich verbesserte Infrastruktur und für lokale Einkommensmöglichkeiten. Den Erfolg des Projektes am Mount Kenya verdanken die kenianischen Frauen auch den Kunden von Tchibo. Denn Ende 2011 gingen jeweils 45 Cent für jedes verkaufte Pfund Tchibo Privat Kaffee in die Projektkasse. Der nachhaltige Erfolg ist ein Beleg dafür, dass vor Ort in Afrika schon mit kleinen Mitteln ein großer Impuls für ein eigenverantwortliches Handeln und eine Verbesserung der Strukturen gesetzt werden kann. Tchibo konnte so mit Unterstützung seiner Kunden einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensumstände von den Menschen leisten, die eines der wichtigsten Produkte des Unternehmens erzeugen: erstklassige Kaffeebohnen.