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| 01:29 Uhr

Super-Stimmung in Lausitzer Firmen

Polens Wirtschaft – hier Erdgasförderung im Landesosten – wächst im Durchschnitt um zwei Prozent schneller als die deutsche. Foto: dpa
Polens Wirtschaft – hier Erdgasförderung im Landesosten – wächst im Durchschnitt um zwei Prozent schneller als die deutsche. Foto: dpa FOTO: dpa
Cottbus. Die Wirtschaft in Südbrandenburg blickt optimistisch in die Zukunft. Rund die Hälfte der Firmen bezeichnen ihre Lage als gut. Das ist ein Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie und Handelskammer (IHK) Cottbus. Von Simone Wendler

Als ausgesprochen erfreulich bezeichnete der Cottbuser IHK-Hauptgeschäftsführer, Wolfgang Krüger, die Ergebnisse der Frühjahrsumfrage unter den Firmen der Region, die am Montag veröffentlicht wurden. „Wir sind auf dem Wachstumspfad, der Aufschwung ist hier angekommen und das quer durch alle Branchen“, so seine Zusammenfassung. Nur die Angst vor weiter steigenden Rohstoffpreisen und die Ungewissheit der künftigen Energiepolitik in Deutschland trüben die gute Stimmung etwas ein.

48 Prozent der Unternehmen bezeichneten in der aktuellen Erhebung der IHK ihre Geschäftslage insgesamt als gut. Das sind acht Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Anteil der Betriebe, die ihre Situation als „ungünstig“ bezeichneten, sank im gleichen Zeitraum von zwölf auf nur noch sechs Prozent.

Maschinenbau vorn

Denselben Trend zeigen auch die Aussagen der Unternehmen zu ihren wirtschaftlichen Erwartungen. 24 Prozent bezeichneten diese als gut, 58 Prozent als gleichbleibend. Damit schaut die regionale Wirtschaft so optimistisch in die Zukunft wie seit Jahren nicht mehr. 15 Prozent der IHK-Firmen planen Personalaufstockungen, nur sieben Prozent wollen ihre Mannschaft verkleinern. Die Investitionsbereitschaft bleibt stabil.

Rückgrat der regionalen Wirtschaft bleibt die Industrie. Das belegten nach Auskunft des IHK-Hauptgeschäftsführers die Umfrageergebnisse, Maschinen- und Anlagenhersteller bezeichnen ihre Geschäftslage sogar als sehr gut. Der Industrie-Umsatz in Südbrandenburg lag im Januar und Februar diesen Jahres 15 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum.

Davon profitieren Dienstleistungsunternehmen, besonders das Verkehrsgewerbe. Auch das Baugewerbe meldet ein deutliches Umsatzplus. Der regionale Groß- und Einzelhandel steht laut Konjunkturumfrage so gut da wie noch nie. Während der Großhandel vom Aufschwung der Industrie- und Baubetriebe profitiere, gewinne der Einzelhandel durch gestiegene Konsumfreude privater Verbraucher, stellte Susanne Kwapulinski fest, die die Daten bearbeitet hat.

Unsicherheitsfaktor Strom

Sorgen bereiteten den Verkehrsunternehmen jedoch die steigenden Benzinpreise. Rohstoff- und Energiepreise sind auch insgesamt die größten Sorgenbringer für die Unternehmen in Südbrandenburg. 70 Prozent der Firmen befürchten dadurch steigende Produktions- und Betriebskosten. „Deutschland hat die stabilste Stromversorgung weltweit, das ist ein Standortvorteil“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Krüger. Viele Unternehmen hätten Sorge, dass diese Stabilität beim Umstieg auf mehr erneuerbare Energie gefährdet werden könnte. Die Politik müsse den Menschen reinen Wein einschenken, welche Bedingungen und Folgen mit einer stabilen und bezahlbaren Stromversorgung in der Zukunft verbunden sein werden. „Wohlstand hat seinen Preis“, so Krüger.

Ihren Preis haben offensichtlich auch gut ausgebildete Facharbeiter, von denen bei einem anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung und notwendigen Generationenwechsel immer mehr benötigt werden. In Südbrandenburg läge das Lohnniveau für Fachleute um etwa ein Viertel niedriger als in Westdeutschland, das sei ein Problem. „Im Arbeitsmarkt steckt auch das Wort Markt drin“, sagte Krüger.

Größere Anstrengungen müssten künftig unternommen werden, um ältere Arbeitnehmer länger in den Firmen zu halten. Bei der Suche nach Auszubildenden werde auch künftig die Bereitschaft notwendig sein, Jugendliche mit Defiziten und Lernschwächen zu integrieren. „Wir wollen dabei als Kammer behilflich sein“, bot Krüger an.