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| 17:33 Uhr

Wirtschaft
Studie: Neue Wohnungen kleiner als vor Jahren

 Gebaut wird in Berlin reichlich. Viele Interessenten können sich aber die teuren, marktgerechten Mieten nicht leisten. Nach Expertenansicht kann hier nur der Bau von Sozialwohnungen in großer Zahl helfen.
Gebaut wird in Berlin reichlich. Viele Interessenten können sich aber die teuren, marktgerechten Mieten nicht leisten. Nach Expertenansicht kann hier nur der Bau von Sozialwohnungen in großer Zahl helfen. FOTO: dpa / Bernd von Jutrczenka
Berlin. Interessenverbände fordern umfangreichen Bau neuer Sozialwohnungen.

Um die Mietanstiege in vielen Städten einzudämmen, fordern Immobilien- und Mietervertreter den großangelegten Bau neuer Sozialwohnungen. „Mindestens sechs Milliarden Euro sind für den sozialen Wohnungsbau pro Jahr dringend notwendig“, teilte der Vorsitzende der Gewerkschaft IG Bau, Robert Feiger, mit. 80 000 neue Sozialwohnungen pro Jahr seien nötig, dreimal so viele wie zuletzt, ergab eine Studie im Auftrag der Gewerkschaft, mehrerer Bau- und Wohnungsverbände und des Deutschen Mieterbunds. Ihre Mitglieder profitieren davon, wenn mehr gebaut wird. In 138 der rund 400 deutschen Landkreise und kreisfreien Städte seien die Wohnungsmärkte angespannt, ergab die Untersuchung des privaten Forschungsinstituts Prognos.

Aus der Politik kam Zustimmung, aber auch Skepsis. Die Grünen verlangten eine Verdoppelung der Mittel. Sozialwohnungen seien kein Allheilmittel, warnte dagegen die FDP. Bauen müsse billiger werden. Der Bevölkerungsforscher Reiner Klingholz warnte unterdessen davor, Wohnungen an der falschen Stelle zu errichten.

Neben höheren Bau- und Kaufpreisen bestimmt laut der Studie auch eine wachsende Nachfrage nach kleineren Wohnungen den Markt. 2017 waren neue Wohnungen nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes im Schnitt noch 105 Quadratmeter groß, ein Zehntel weniger als 2011.

Das liegt daran, dass die Haushalte kleiner werden, aber auch an steigenden Mieten. In München inserieren Vermieter Wohnungen derzeit im Mittel für gut 18 Euro je Quadratmeter kalt, in Berlin für 11,70 Euro, wie die Plattform Immowelt ermittelte. Mieter in Städten müssen einen großen Teil ihres Einkommens fürs Wohnen ausgeben. Das ist aber nicht überall so. Städte wie Leipzig und Essen etwa lägen unter dem bundesweiten Mittel von 7,60 Euro kalt je Quadratmeter. Zu Jahresbeginn stiegen die Neuvertragsmieten zwar nicht mehr, wie das Beratungsunternehmen F+B ermittelte. Es ist aber offen, wie es weitergeht.

(dpa/bl)