Am Montag hat bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See in Cottbus der Einstieg in ein neues Arbeitsgebiet begonnen. Mit der Schulung von zunächst 20 Mitarbeitern steigt die Knappschaft in die Prüfung, Bewilligung und Bearbeitung der Europäischen Sozialfonds (ESF) ein. Das soll der Lausitzmetropole letztlich hunderte neue Verwaltungsstellen bringen.

Die Übernahme des ESF-Projekts ist Teil der Bemühungen der Bundesregierung im Zuge des Strukturwandels in der Lausitz neue Arbeitsplätze zu etablieren. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte den Schritt im Sommer angekündigt, dessen Umsetzung jetzt beginnt. Er hatte angekündigt, dass damit hunderte Verwaltungsstellen in die bisherige Kohleregion kommen könnten.

Bisher wird die Arbeit in Köln gemacht

Bisher wird der milliardenschwere ESF-Fonds vom Bundesverwaltungsamt in Köln bearbeitet. Das ist der größte Verwaltungsdienstleister für Bundesministerien und -behörden. Die Cottbuser Umschüler wurden daher rein formal zum Bundesverwaltungsamt abgeordnet und erhalten ihre Schulungen in den kommenden Wochen in Köln und Cottbus. Nach der Einarbeitung der ersten 20 Mitarbeiter soll im Februar das Umschulungsprozedere mit weiteren 20 Knappschafts-Mitarbeitern wiederholt werden.

Der volle Einstig in die Abwicklung der ESF-Vorgänge für die Knappschaft-Bahn-See in Cottbus beginnt erst im Jahr 2021 mit der neuen Förderperiode der EU.

Wann werden neue Mitarbeiter eingestellt?

Um die zunächst 40 Stellen auf dem für die Lausitzer Knappschafts-Mitarbeiter neuen Arbeitsfeld hatten sich nach Angaben von Direktor Andreas Gülker intern 138 Mitarbeiter beworben. Der Aufbau neuer Arbeitsstellen in der Lausitz soll in erster Linie über die Nachbesetzung der Stellen funktionieren, deren Inhaber jetzt auf das neuen Arbeitsgebiet wechseln. An die 800 externe Bewerbungen von Lausitzern waren dafür in den zurückliegenden Wochen bei der Knappschaft eingegangen. Sie würden jetzt gesichtet und die infrage kommenden Bewerber in den nächsten Wochen eingeladen, sagte Hans-Joachim Röttger, der Leiter der Regionaldirektion Cottbus der RUNDSCHAU.

Versprechen werden eingelöst

Zum Start des neuen Arbeitsbereichs nach Cottbus gekommen war am Montag Brandenburgs Arbeits- und Sozialministerin Susanna Karwanskij (Linke). Sie legte Wert darauf, zu betonen, dass es beim Aufbau der neuen Knappschafts-Stellen nicht um ein zeitweiliges Engagement in der Lausitz gehe. Die neuen Strukturen sollen langfristig und dauerhaft neue Beschäftigung in die Region bringen“, sagte Karawanskij vor den Mitarbeitern. Für den Lausitzbeauftragten Klaus Freytag, der im Auftrag des Branenburger Ministerpräsidenten den Strukturwandel in der Lausitz koordiniert, sind die neuen Aufgaben für die Knappschaft-Bahn-See in Cottbus ein Baustein und ein Beleg, dass Ankündigungen eben auch möglichst zügig umgesetzt würden.

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