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| 10:43 Uhr

Düsseldorf
Streiks könnten weitergehen

Düsseldorf. Kommt es im öffentlichen Dienst zu keiner Einigung, drohen weitere Streiks.

Im Tarifstreit im öffentlichen Dienst drohen die Gewerkschaften mit weiteren Streiks. "Wenn die Arbeitgeber auf Konfrontation setzen, dann nehmen wir die Konfrontation an", sagte Verdi-Chef Frank Bsirske gestern am Rande einer Kundgebung in Ludwigshafen. Auch der Chef des Deutschen Beamtenbundes (DBB), Ulrich Silberbach, zeigte sich bei einer Kundgebung in Bonn unnachgiebig: "Niemand will eine vierte Runde und weitere Streiks, aber die Arbeitgeber müssen auch wissen, dass wir dem Konflikt nicht aus dem Weg gehen."

Gestern hatten in vielen deutschen Städten insgesamt 25.000 Mitarbeiter im öffentlichen Dienst die Arbeit niedergelegt und damit unter anderem Teile von NRW lahmgelegt. So blieben etwa zahlreiche Kitas im Rhein-Sieg-Kreis geschlossen. Vor allem in Düsseldorf und Bonn waren die Streiks zu spüren. In der Landeshauptstadt streikten 2000 Mitarbeiter der Rheinbahn. Die Nahverkehrsgesellschaft befördert werktags rund 750.000 Fahrgäste durch Düsseldorf und bis in die Nachbarkommunen. Pendler wichen auf anderer Verkehrsmittel aus, ein Verkehrschaos blieb allerdings aus. In Bonn fand die landesweit größte Kundgebung statt. Nach Gewerkschaftsangaben versammelten sich etwa 7000 Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes.

"Die Arbeitgeber müssen endlich begreifen, dass sie in ihr vorhandenes und künftiges Personal investieren müssen, um den Staat fit für die gewaltigen Zukunftsaufgaben zu machen" sagte DBB-Chef Silberbach in Bonn. Finanziell und personell sei der Staatsdienst auf Kante genäht, was nicht nur die Mitarbeiter sondern auch die Bürger zu spüren bekämen. Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent, mindestens jedoch 200 Euro mehr Lohn für die 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten bei Bund und Kommunen. Sonntag wird wieder verhandelt.

Am Dienstag hatten bereits unter anderem die Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe in Köln und Bonn gestreikt. Bis Freitag gehen die Streiks deutschlandweit in einzelnen Städten weiter. Heute wird unter anderem in Essen gestreikt, morgen in Bochum und Gelsenkirchen.

(mre/tt/dpa)