Bis zum 31. Juli 2020 müssen Steuerzahler ihre Einkommensteuer beim Finanzamt erklären. Hilft ein Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein, verlängert sich die Abgabefrist bis Ende Februar 2021. Da der letzte Februartag im Jahr 2021 aber auf einen Sonntag fällt, müssen solche Erklärungen spätestens bis zum 1. März 2021, abgegeben werden.

Die Abgabe der Steuererklärung ist zum Beispiel verpflichtend, wenn neben dem Arbeitslohn weitere Einkünfte von mehr als 410 Euro erzielt wurden. Das kann bei einer Nebentätigkeit der Fall sein. Auch wer Lohnersatzleistungen von mehr als 410 Euro im Jahr bekommen hat, muss die Formulare ausfüllen. Als Lohnersatzleistungen gelten Arbeitslosengeld, Elterngeld oder Kurzarbeitergeld.

Auch wer 2019 mehrere Arbeitgeber nebeneinander hatte, muss die Steuererklärung abgegeben. Ebenso, wenn beide Ehegatten Arbeitslohn bezogen haben und ein Partner mit der Steuerklasse V oder VI besteuert wurde oder das Paar das sogenannte Faktorverfahren (Steuerklasse IV/Faktor) gewählt hatte, müssen die Formulare ausgefüllt werden. Verpflichtet zur Abgaben der Erklärung sind außerdem Freiberufler, Selbstständige und Gewerbetreibende.

Steuererklärung 2019: Fristverlängerung auf Antrag

Wer die Fristen zur Abgabe nicht einhalten kann, sollte sich rechtzeitig vor Ablauf der Abgabefrist beim Finanzamt melden. Möglich ist es, einen Antrag auf Fristverlängerung zu stellen. Denn für verspätet abgegebene Steuererklärungen kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag erheben. Dieser beträgt mindestens 25 Euro für jeden angefangenen Monat der Verspätung.

Neu für die Steuererklärung 2019: Wer noch auf den Papiervordrucken einreicht, muss in diesem Jahr weniger ausfüllen. Die Daten, die Arbeitgeber, Rentenstellen, Krankenkassen oder Träger von Sozialleistungen an das Finanzamt übermittelt haben, sind bereits hinterlegt.

Darauf weist der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL) hin. Sie müssen nicht mehr vom Steuerzahler selbst eingetragen werden. Die entsprechenden Felder in der Steuererklärung sind dunkelgrün markiert. Auch den bisherigen vierseitigen Mantelbogen gibt es nicht mehr. Die notwendigen Angaben sind jetzt in fünf verschiedenen Vordrucken zu erklären. Neben dem Hauptvordruck für die allgemeinen Angaben zur Person gibt nun eine separate Anlage Außergewöhnliche Belastungen, eine Anlage Sonderausgaben und eine Anlage Haushaltsnahe Aufwendungen.

Elektronische Steuererklärung: Alle Daten ausfüllen

Die meisten Einkommensteuererklärungen werden mittlerweile elektronisch eingereicht. Dazu raten in diesem Jahr auch die Finanzministerien in Brandenburg und Sachsen, die dafür die Nutzung des Portals www.elster.de empfehlen. Dann sind alle Daten weiterhin auszufüllen. Das ist laut BVL auch sinnvoll, denn nur so kann bereits im Voraus die Steuer berechnet werden.

Außerdem können bestimmte Wahlrechte beispielsweise bei Eheleuten nur mit einer Probeberechnung wahrgenommen werden. Zudem bieten die elektronischen Steuerprogramme viel Unterstützung durch Hinweise und Plausibilitätsprüfungen an.

Um sicherzugehen dass die Daten auch korrekt übermittelt wurden, sollten Steuerzahler den Steuerbescheid weiterhin genau überprüfen, sagt BVL-Geschäftsführer Uwe Rauhöft. Fehlt etwas, sollte vorsorglich Einspruch eingelegt werden. Wer hingegen Fehler zu seinen Gunsten feststellt, beispielsweise dass eine Rente oder Arbeitslohn aus einem Arbeitsverhältnis fehlt, ist verpflichtet, das Finanzamt auf diesen Fehler hinzuweisen.

Weitere Tipps zur Steuererklärung 2019 finden Sie hier.

Senioren: Steuererklärung auf zwei Seiten


Im zweiten Jahr in Folge beteiligen sich Brandenburg und Sachsen an einem Pilotprojekt: die vereinfachte Steuererklärung für Senioren. Rentner und Pensionäre müssen nur noch eine zweiseitige Erklärung auf den Steuerformularen ausfüllen. Diese Formulare gibt es auch für die Einkommensteuererklärung 2019.

In Sachsen beteiligten sich bereits für die Steuererklärung 2018, also im Vorjahr, mehr als 17.300 Rentner an dieser neuen Möglichkeit, teilt das sächsische Staatsministerium der Finanzen mit. Das seien knapp ein Viertel aller Senioren gewesen, die den Vordruck nutzen könnten. In Brandenburg machten laut Potsdamer Finanzministerium 2019 – für die Steuererklärung 2018 – mehr als 9000 Senioren mit.

Formulare gibt es zum Herunterladen im Internet unter smf.sachsen.de und auf der Website finanzamt.brandenburg.de. Sachsen hat für Fragen eine Hotline eingerichtet, 0351/7999 7888 (Mo-Do, 8-17 Uhr, Fr, 8-12 Uhr).