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Sprembergs ASG braucht zwei Spitzen

Hat mindestens einen Plan: Petra Lehmann, Geschäftsführerin der ASG im Industriepark.
Hat mindestens einen Plan: Petra Lehmann, Geschäftsführerin der ASG im Industriepark. FOTO: Annett Igel-Allzeit
Schwarze Pumpe. Die Altstadtsanierungsgesellschaft (ASG) Spremberg wächst mit ihren Aufgaben. Vor 25 Jahren war sie als Wirtschaftsfördergesellschaft gestartet, um für den Wirtschaftsstandort Spremberg zu werben, bei der Ansiedlung neuer Unternehmen zu helfen, Infrastruktur-, Trinkwasser- und Abwasserprojekte für die Unternehmen zu stemmen. Annett Igel-Allzeit

Mit der Gründung des Zweckverbandes vor vier Jahren übernahm sie auch das Industrieparkmanagement Schwarze Pumpe. In Sachsen und Brandenburg fördert sie nun die Wirtschaft. Der Strukturwandel in der Region muss geschafft werden. Das geht nicht mehr ohne eine zweite Geschäftsführung.

Die Spremberger Stadtverordnetenversammlung stimmte vor zwei Wochen einer dafür nötigen Änderung des Gesellschaftervertrages zu. Roland Peine nimmt die technische Geschäftsführung wahr. Petra Lehmann wurde am 17. Februar, zwei Tage nach dem Beschluss des Stadtparlaments, zur Geschäftsführerin der ASG Spremberg GmbH und des Zweckverbandes "Industriepark Schwarze Pumpe" berufen.

Ein Kran dreht sich am Hauptsitz der ASG im Industriepark Schwarze Pumpe. Das Bürogebäude hinter der Papierfabrik wird erweitert. "An unserem Sitz hier haben derzeit nicht alle Mitarbeiter Platz. Mehrere Kollegen sitzen im Industriepark verteilt in Räumen, die wir bei verschiedenen Unternehmen angemietet haben", erklärt Geschäftsführerin Petra Lehmann. Im August soll der Neubau mit einem größeren Konferenzraum bezugsfertig sein. "Ein Durchgang wird ihn mit unserem bestehenden Bürotrakt verbinden", sagt Petra Lehmann.

Die Außenstelle in der Langen Straße 18 in der Burgpassage in Spremberg wird trotzdem bleiben, verspricht sie. "Sie hat sich einfach zu einer wichtigen Anlaufstelle für Unternehmen, Gewerbetreibende und Bürger in der Innenstadt entwickelt."

Nach der aktuellsten Abfrage vom Januar sind im Industriepark 58 Grundstückseigentümer mit insgesamt 116 Unternehmen ansässig. Sie haben 4350 Beschäftigte an Bord. Der Zweckverband Industriepark Schwarze Pumpe arbeitet länderübergreifend. "In seiner Struktur", so Petra Lehmann, "ist er ziemlich einzigartig: Er hat ein in sich geschlossenes Satzungsgebiet, in dem nur Unternehmen zu finden sind." Es sei wie in einer kleinen Stadt, einer Gemeinde, erklärt sie. "Wir halten die Industrieparkgemeinschaft zusammen, kümmern uns um die gesamte Infrastruktur, die Bewirtschaftung der Straßen, ihre Instandhaltung und Reinigung, den Winterdienst, um Ordnung und Sicherheit, bedienen die Tore."

Für eine neue Regelung der Ein- und Ausfahrten mit Chipkarten für Personal und Zulieferer hat am 1. Februar ein Testlauf begonnen. Besucher, die eine Anmeldung brauchen, werden generell über das Haupttor hereingelassen. Das Leitsystem mit der Beschilderung durch den Park soll verbessert werden. Die Südanbindung, die zum Verkehrskonzept gehört, hat die ASG vorbereitet, realisieren wird sie die Stadt Spremberg. Auch um die Abwasser- und Niederschlagswasserentsorgung sowie die Trinkwasserversorgung kümmert sich der Zweckverband. "Die Entgelte für Abwasser, Niederschlagswasser und Trinkwasser geben wir kostendeckend an die Unternehmer weiter, was für die Unternehmen und Investoren ein Ansiedlungsvorteil ist", erklärt Petra Lehmann.

Und dann ist da die Aufgabe der Weiterentwicklung des Industrieparks - "hier spielt die Wirtschaftsförderung hinein." Sie hat - ob im Industriepark, in der Stadt Spremberg oder in der Gemeinde Spreetal - vier Säulen: die Pflege und Sicherung des Unternehmensbestandes, das Marketing und die Absatzförderung, die Fachkräftesicherung und als vierte Säule die Projektentwicklung und Umsetzung von Projekten. "Allein für die Bestandspflege haben wir im Vorjahr 94 Unternehmen in Spremberg einschließlich Industriegebiet Ost besucht, 35 im Industriepark und vier in der Gemeinde Spreetal. Im Januar waren wir schon wieder in acht Industriepark-Unternehmen, 19 Firmen im Stadtgebiet von Spremberg und bei einem Spreetaler Unternehmer. Wir helfen, an Fördermittel zu kommen.", so die Geschäftsführerin. Besonders gefragt seien derzeit neben den Investitionsförderungen die Weiterbildungsförderungen. "Auch die Unternehmensnachfolge ist ein großes Thema."

Für den bundesweiten Wettbewerb "Die lebendigste Städtepartnerschaft" stellt die ASG ein Konzept zusammen. "Wir wollen uns gemeinsam mit unserer russischen Partnerstadt Schelesnogorsk bewerben", kündigt Petra Lehmann an. Ohnehin spaziert die ASG für die Region über viel internationales Parkett. "Wir sind im Außenmarketing aktiv in der Schweiz, in Schweden, Österreich, Russland und Polen. Wir bereiten die Kooperation zwischen einem Schweizer und einem Spremberger Unternehmen vor. Ende März sitzen wir in Investorengesprächen mit einer Schweizer Großbank in Zürich. Die Vertreter schwedischer Unternehmen besuchen Spremberg im Mai", zählt Petra Lehmann auf. Noch im April hat sie mit der Auslandhandelskammer und der Zukunftsagentur Brandenburg einen Lausitztag in Stockholm geplant.

Zum Thema:
Besonders spannend ist für die Unternehmen mit den Schwerpunkten Cleantech, Wertstoffrecycling und Umwelttechnik der Russlandmarkt. "Umweltfreundliche Energieversorgung, Speichertechnologien, intelligente Netze und Messsysteme, Energieeffizienz in Industrie und Gebäuden, Abfallmanagement, Recycling und ganz neue Materialien - all das sind Cleantech-Themen und eine Chance im Strukturwandel in der Lausitz. Am 3. April plant die ASG mit der Zukunftsagentur Brandenburg, der Wirtschaftsförderung Sachsen, der TU Dresden, der BTU Cottbus-Senftenberg und dem Verein RKW Sachsen Rationalisierungs- und Innovationszentrum eine Konferenz dazu im Leag-Klubhaus. Irena Bernstein von der Cleantech Initiative Ostdeutschland eröffnet sie um 10 Uhr.