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| 19:15 Uhr

Spremberger Kupfer-Sucher treten auf die Bremse

Dr. Thomas Lautsch.
Dr. Thomas Lautsch. FOTO: KSL
Spremberg. Die Kupferschiefer Lausitz GmbH (KSL) wird sechs ihrer zehn Mitarbeiter entlassen. Das sagte KSL-Chef Thomas Lautsch am Dienstagabend vor Journalisten in Spremberg (Spree-Neiße). Zu der überraschend einberufenen Sitzung war auch Minera-Chefin Audra Walsh aus Washington nach Spremberg gekommen. Minera S.A. ist der Mutterkonzern des Lausitzer Bergbauunternehmens. Als Grund für den Schritt nannte sie Verwerfungen am internationalen Kapitalmarkt und die schwankenden Rohstoffpreise. Alexander Dinger

Bislang hat der US-amerikanische Konzern etwa 30 Millionen Euro in die Kupfererkundungen rund um Spremberg gesteckt. Ein Großteil des Geldes wurde in die zahlreichen Genehmigungs- und Erkundungsmaßnahmen investiert. Dutzende Bohrungen und seismische Untersuchungen wurden rund um Spremberg durchgeführt. Im Juni dieses Jahres begann das Raumordungsverfahren - der Startpunkt eines Prüfungsmarathons. "Wir werden auch in Zukunft in der Lausitz investieren", sagte Walsh. Doch die globale Großwetterlage mache den Tritt auf die Bremse unausweichlich.

Von Umstrukturierungen ist auch KSL-Chef Thomas Lautsch betroffen. Er werde das Projekt noch "erfolgreich auf die nächste Stufe bringen", sagte er. Danach werde er sich neuen Aufgaben widmen. Welche das sein werden, wollte Lautsch nicht kommentieren. Es werde bis auf Weiteres auch keine Feldarbeiten mehr geben, kündigte der scheidende KSL-Chef an. Doch auch er betonte, dass das Gesamtprojekt ausdrücklich nicht auf der Kippe steht. KSL werde sich in den kommenden Monaten vor allem um die Genehmigungsverfahren kümmern und sich auf die Suche nach Kooperationspartnern begeben. Insgesamt seien Investoren aufgrund der schwierigen Lage an den Kapitalmärkten aber eher verhalten. Um das Kupfer-Projekt in der Lausitz zu stemmen, müssten mehr als eine Milliarde Euro investiert werden. Allein die komplette Planungsphase werde wahrscheinlich 100 Millionen Euro kosten, so Lautsch.

Wann mit dem Bau des Kupferbergwerkes begonnen werden kann, stehe derzeit noch nicht fest. Ursprünglich hatte KSL mit einem Baustart im Jahr 2015 gerechnet. Diese Pläne habe man verworfen, so Lautsch. Nun rechne das Unternehmen frühestens 2017 mit einem Baustart.

Der Konzern geht weiter davon aus, dass durch den Kupfer-Bergbau 1000 neue Arbeitsplätze entstehen können. 700 direkt im Bergbau, 300 in der Aufbereitung. Experten rechnen damit, dass 130 Millionen Tonnen Kupfererz gefördert werden können. Dieses Erz enthält ungefähr zwei Prozent des Metalls in Form eines Kupfersalzes. Zur Aufbereitung muss es gemahlen werden, wobei sich das Volumen verdoppelt. Abgetrennt und zur Verhüttung weiterverkauft wird ein Konzentrat mit etwa 25 Prozent Kupfer. Zurück bleibt lediglich ein Brei von Gesteinsmehl.