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Sportartikel-Hersteller in den Startlöchern

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 brachte den drei großen Sportartikel-Herstellern adidas, Puma und Nike märchenhafte Umsätze. Auch nach dem Großereignis hat der Boom kaum nachgelassen. „Seit der WM haben wir im Bereich Fußball einen großen Aufschwung erlebt“, sagt Puma-Chef Jochen Zeitz. Genau ein Jahr nach dem WM-Eröffnungsspiel zwischen Deutschland und Costa Rica in München laufen die Vorbereitungen der Konzerne für das nächste Fußballfest – die Europameisterschaft im kommenden Jahr in Österreich und der Schweiz. Von Inga Radel

Auch wenn die EM deutlich kleiner ausfallen wird, sind die Erwartungen der Branche groß. "Wir rechnen in Deutschland für die EM 2008 mit etwa 70 bis 80 Prozent des WM-Booms", sagt Volker Gromer, Geschäftsleiter beim Händlerverbund Sport 2000. Zwar handele es sich weder um ein globales Ereignis noch finde es im Heimatland statt, doch die Fußball-Euphorie sei nach der WM ungebrochen. Damit sei der für 2007 befürchtete Einbruch des Geschäfts ausgeblieben.

Bangen um EM-Teilnahme der Italiener
Puma will die EM nutzen, weiter Boden auf Nike und adidas gutzumachen. "Erfreulich ist, dass wir mit Österreich und der Schweiz die beiden Gastgeberländer ausrüsten", sagt Puma-Chef Zeitz. "Langfristig ist es unser Ziel, eine der drei Topmarken zu bleiben und den Abstand zu den anderen zwei zu verringern." Bei der Positionierung seiner Marke setze das Unternehmen, das 2006 nach eigenen Angaben den Umsatz im Fußball-Segment um etwa 50 Prozent steigern konnte, weiterhin vor allem auf Freizeitartikel. Bedeutsam dürfte für Puma sein, ob Italien, das der Firma 2006 seinen ersten WM-Titel als Ausrüster bescherte, die EM-Qualifikation gelingt. Derzeit bangt die "Squadra Azzurra" in der Qualifikation noch um ihre Endrundenteilnahme.
Auch der Herzogenauracher Nachbar adidas hat sich für die EM viel vorgenommen. "Als offizieller Sponsor, Ausrüster und Lizenznehmer der Uefa Euro 2008 werden wir unsere deutliche Marktführerschaft weiter ausbauen", kündigte Unternehmenssprecher Oliver Brüggen an. Der Konzern rechnet bereits zum vierten Quartal mit einem erneuten Anziehen des Fußball-Geschäfts. Das neue deutsche Nationalmannschaftstrikot soll adidas zufolge im November auf den Markt kommen. Anlässlich der Endrunden-Auslosung am 2. Dezember ist die Präsentation des offiziellen EM-Balls geplant. Sowohl der WM-Turnier-Ball "Teamgeist" als auch das Spielhemd der drittplatzierten WM-Gastgeber waren 2006 die adidas-Verkaufschlager. Allein das Trikot der deutschen Elf ging 1,5 Millionen Mal über die Ladentische, sechsmal häufiger als das Vize-Weltmeister-Shirt zur WM 2002 in Japan und Südkorea.

Nike mit Großangriff auf adidas
Weiterhin aggressiv unterwegs ist im Fußball-Bereich der weltgrößte Sportartikelhersteller Nike. Der US-Konzern hat im Fußballgeschäft deutlich Boden gegenüber adidas gutgemacht. Seit Nike 1994 die brasilianische Mannschaft unter Vertrag nahm, hat der Konzern auch dank kostenintensiver Werbekampagnen nach eigenen Angaben seinen Fußball-Umsatz von etwa 40 Millionen Dollar auf den Rekordwert von 1,5 Milliarden Dollar gesteigert. "Damit sind wir derzeit die erfolgreichste Marke auf dem Fußballmarkt", sagt Nike-Deutschland-Sprecher Olaf Markhoff. Somit beansprucht Nike ebenso wie adidas beim Fußball die Marktführerschaft. Mit seiner Offerte an den Deutschen Fußball-Bund in der Ausrüsterfrage ab 2011 greift Nike den Konkurrenten adidas nun auch in dessem Heimatland an.

Hintergrund Blick in die Zahlen
Der weltgrößte Sportartikelhersteller Nike verbuchte in seinem Ende November 2006 abgeschlossenen zweiten Quartal ein Umsatzplus von zehn Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar (2,9 Milliarden Euro) und ein Gewinnplus von acht Prozent auf 325,6 Millionen Dollar .
Europas größter Sportartikelhersteller adidas hat im ersten Quartal 2007 wegen seiner US-Tochter Reebok einen Gewinnrückgang verbucht. Das Betriebsergebnis verringerte sich um acht Prozent auf 229 Millionen Euro .. Der Umsatz stieg jedoch um drei Prozent auf fast 2,54 Milliarden Euro.
Die Nummer drei unter den Sportartikelherstellern, Puma, hat im ersten Quartal 2007 ein Umsatzplus von 7,4 Prozent auf 655,8 Millionen Euro verzeichnet. Der Konzerngewinn erhöhte sich um 3,7 Prozent auf 96,6 Millionen Euro ..