Alle drei Werften gehörten bislang zur Aker Yards Ukraine Holding AS, der Handelsschiffsparte des norwegischen Aker-Konzerns. Der hatte vor Kurzem überraschend 70 Prozent seiner Anteile an der Holding an die russische Investmentgesellschaft FLC West mit Sitz in Luxemburg verkauft. Dafür sollen knapp 300 Millionen Euro gezahlt worden sein. 30 Prozent der Anteile bleiben bei Aker Yards. Aker selbst gehört zu 88,4 Prozent dem südkoreanischen Mischkonzern STX. STX sei für Wadan sowohl Konkurrent als auch Partner, hieß es.

Änderungen im Management der Werften, in der Organisation, bei der Anzahl der Mitarbeiter und den Entgelten sind ersten Informationen der neuen Eigentümer zufolge nicht geplant. Die bestehenden Verträge sollen erfüllt und die Aufträge planmäßig abgearbeitet werden. Von der mehrheitlichen Übernahme durch russische Investoren wird ein Ausbau der Geschäftsbeziehungen mit russischen Reedern erhofft. Auf den ostdeutschen Werften war vor der Wende ein Großteil der damals sowjetischen Handelsflotte gebaut worden.

Mit dem verstärkten Bau von Spezialschiffen sollen sich die Werften in Warnemünde und Wismar künftig auf den internationalen Märkten behaupten. "Wir müssen uns vom Bau von Standardschiffen verabschieden", betonte der Vorstandsvorsitzende von Wadan Yards, Tom Einertsen, gestern in Rostock-Warnemünde vor mehreren Hundert Mitarbeitern. Bei einer Betriebsversammlung informierte er die Belegschaft über den Unternehmenskurs nach dem Eigentümerwechsel. Seit gestern firmieren die früheren Aker-Werften in Wismar und Rostock-Warnemünde gemeinsam mit einer Werft in der Ukraine unter dem neuen Namen "Wadan Yards" und einem neuen Firmenlogo.

Laut Einertsen werden künftig vor allem eisgehende und eisbrechende Schiffe gebaut. Großen Bedarf gebe es vor allem in Russland. Die russische Flotte sei verschlissen und dringend erneuerungsbedürftig. Zudem rückten Offshore-Anlagen für die Öl- und Gasförderung sowie der Bau von Windparks im offenen Meer in den Blickpunkt. "Wir kennen das Geschäft, wir haben das alles schon gemacht", betonte Einertsen. ddp.djn/dpa/B.M.