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| 01:06 Uhr

Sparfüchse drücken Preis ihres Eigenheims

Berlin.. Zwei von drei Bauherren versuchen durch eigenes Handanlegen und andere Sparmöglichkeiten, die Kosten für die eigenen vier Wände zu drücken.

Wie eine gestern von den Landesbausparkassen veröffentlichte Umfrage ergab, nutzten im Zeitraum von 2001 bis 2003 rund 64 Prozent aller Käufer Einsparpotenziale. Noch höher ist der Anteil der Sparfüchse in Ostdeutschland, wo 82 Prozent den Preis für ihr Eigenheim senkten.
Damit stieg der Anteil der kostenbewussten Häuslebauer in Ost wie West weiter an: Im vorherigen Drei-Jahreszeitraum von 1998 bis 2000 hatten im Westen 61 Prozent Sparmöglichkeiten genutzt, im Osten 77 Prozent.

Viel in Eigenleistung
Mit Abstand wichtigstes Mittel zur Preissenkung ist die Eigenleistung, wie die Umfrage von TNS-Infratest im Auftrag der Bausparkassen ergab. 61 Prozent aller Kostensparer in den alten Ländern nutzen demnach die Möglichkeit, selbst einen Teil ihres Heims zu errichten. In den neuen Ländern waren es sogar 69 Prozent. Damit lässt sich den Bausparkassen zufolge eine Menge Geld sparen.
Im Schnitt gaben die Befragten an, den Preis um 28 000 Euro gesenkt zu haben. Dies seien annähernd 15 Prozent der durchschnittlich gezahlten Neubaupreise, hieß es. Beim Vertrauen auf die "Muskelhypothek" sehen die meisten Erwerber gleichwohl Grenzen: Das Selbstbauhaus wurde nur von relativ wenigen (rund fünf Prozent) genutzt.
Daneben achten drei von zehn Bauherren auf eine günstige Lage des Grundstücks innerhalb der Gemeinde, was Kosten für den Anschluss an Kanalisation und Stromnetz senkt. Beliebt ist auch der Verzicht auf den Keller (Ostdeutschland: 48 Prozent, Westdeutschland: 27 Prozent), der Bau eines Carports statt einer Garage (Ost: 32 Prozent, West: 19 Prozent) und ein relativ einfacher Grundriss (Ost: 30 Prozent, West: 23 Prozent).
Überdurchschnittlich häufig setzen Westdeutsche wegen der im Vergleich zum Osten höheren Preise auf ein kleineres Grundstück (28 Prozent). Im Osten sehen hier nur 22 Prozent Sparbedarf. Noch deutlicher weichen die Sparbedürfnisse in puncto Reihenhaus ab: Dafür entscheiden sich im Westen 21 Prozent, im Osten aber nur sieben Prozent aller sparbewussten Hausbauer.
Kaum Kompromisse gibt es laut Umfrage in Ost wie West bei der Wohnfläche. Wie in der Voruntersuchung Ende der 90er-Jahre sind es jeweils weniger als zehn Prozent, die über geringere Fläche die Kosten drücken wollen.

Viele Ansatzpunkte
Auffallend ist laut LBS Research die Vielfalt und die Intensität, mit der jetzt das Thema "Kostengünstiges Bauen" von Bauherren angegangen wird. Im Schnitt würden drei bis vier verschiedene Ansatzpunkte gleichzeitig genutzt. Dies zeige, dass bereits jetzt immer mehr Menschen auf die Kombination von Eigenheimzulage und eigenen Sparanstrengungen angewiesen sind. (afp/rb)