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| 02:49 Uhr

Solarfirmen verklagen Konkurrenz aus China

Frankfurt/Main/Brüssel. Die deutsche Solarindustrie kämpft mit Überproduktion, Preisdruck und sinkenden Subventionen – und gegen die Billig-Konkurrenz aus China. Nun haben europäische Fotovoltaikhersteller in Brüssel eine Antidumpingklage eingereicht. dpa/sm

Europäische Solarhersteller haben bei der Europäischen Kommission eine Antidumpingklage gegen die Konkurrenz aus China eingereicht. Die Beschwerde sei in dieser Woche in Brüssel abgegeben worden, sagte ein Sprecher der neuen Initiative EU Pro-Sun am Donnerstag. Hinter dem Bündnis stehen 25 Firmen aus Deutschland, Italien, Spanien und anderen EU-Ländern, darunter Solarworld aus Bonn und Sovello aus Bitterfeld-Wolfen.

Für ein Verfahren müssen 25 Prozent der europäischen Solarunternehmen bei der EU-Kommission einen entsprechenden Antrag stellen. Dieses erforderliche Quorum ist den Angaben zufolge nun erreicht.

Die Kläger kritisieren, dass chinesische Anbieter wie Suntech, Yingli und LDK Solar mit staatlichen Subventionen Wettbewerbsvorteile erhalten. Die chinesischen Unternehmen würden mit milliardenschweren Krediten versorgt und böten trotz massiver Verluste ihre Produkte zu Preisen unter ihren Herstellungskosten an, so der Vorwurf. Erst kürzlich hatte etwa die Stadt Xinyu einen Kredit über 78 Millionen Dollar für die dort ansässige LDK Solar getilgt.

Die deutsche Solarindustrie kämpft hingegen mit Überproduktion, Preisdruck und sinkenden Subventionen. Mehrere Hersteller rutschten bereits in die Insolvenz, darunter Q-Cells und der Maschinenbauer Centrotherm.

Die EU-Kommission wird den Angaben nach bis Mitte September entscheiden, ob die Klage angenommen wird. Ein vorläufiges Urteil soll dann bis spätestens Juni 2013 gefällt werden. Mögliche Anti-Dumping-Zölle würden dann rückwirkend verhängt. Die in der Allianz für Bezahlbare Solarenergie (Afase) zusammengeschlossenen chinesischen Hersteller wollen Strafzölle nicht hinnehmen.

Kritik an der Klage kommt auch aus Deutschland: Die tatsächlichen Produktionskosten auch in Deutschland seien durch die staatliche Förderung verzerrt und stellten nicht die wahren Marktkosten dar, sagte Wolfgang Hummel vom Zentrum für Solarmarktforschung in Berlin .