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| 02:35 Uhr

Solarfirma Solon wickelt Ende April ihren Standort in Berlin ab

Berlin. Beim Solarmodulhersteller Solon in Berlin gehen am 30. April die Lichter aus. dpa/rdh

Das Unternehmen zieht mit seinem Sitz in den Nahen Osten, um sich den wachsenden Märkten zuzuwenden, wie der Berliner Solon-Chef Lars Podlowski am Freitag sagte. "Für die Berliner Wirtschaft ist das ein Schlag. Der Standort Adlershof war seit geraumer Zeit defizitär, und es bestand auch keine Chance, ihn profitabel zu bekommen." 230 Beschäftigte bekommen nun die Kündigung, am Freitag sollten Gespräche mit dem Betriebsrat beginnen.

Berlin verliert ein Unternehmen, das einmal als Hoffnungsträger galt. Vor einigen Jahren zählte Solon noch zu den größten Modulherstellern Europas. "Es ist eine Entscheidung, die uns extrem schwergefallen ist", sagte Podlowski. Solon war nach der Pleite vor zwei Jahren von dem indisch-arabischen Unternehmen Microsol übernommen worden. Nun zieht Solon zur Muttergesellschaft in das Emirat Fujairah östlich von Dubai. Dort steht auch die größte Fabrik des Unternehmens. "Solon ist alles andere als tot", betonte Podlowski. "Es beginnt eine neue Ära." Deutschland bleibe ein wichtiger Markt für Solon, Asien und Nordafrika spielten aber eine immer wichtigere Rolle. Dass Deutschland die Solarförderung gekürzt hat, sei nicht entscheidend.

Die Beschäftigten hatten am Donnerstag erfahren, dass sie ihre Arbeitsplätze verlieren werden. Podlowski sicherte ihnen eine geordnete Schließung zu. "Kein Mensch soll auch nur einen Euro verlieren." Eine Transfergesellschaft schloss Podlowski aus. Außer aus Berlin kommen Solon-Produkte in Deutschland auch aus Greifswald, wo das Unternehmen ML&S für Solon produziert. "Es gibt keine Pläne, die Zusammenarbeit mit Greifswald zu beenden", versicherte Podlowski. Greifswald produziere für Solon monatlich Module mit einer Leistung von drei bis fünf Megawatt. Das Werk in Fujairah hat eine Kapazität von 300 Megawatt im Jahr.