| 14:51 Uhr

Siemens
IG Metall: Wieder wird der Osten massiv getroffen

Bautzen. Jan Otto, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen, sagt: Wieder wird der Osten massiv getroffen. Und das in einer Situation, wo sich allgemeine Unzufriedenheit mit der Politik Bahn gebrochen hat. „Das wird nicht besser, wenn sich die Menschen im Osten immer als Menschen zweiter Klasse fühlen.“ Viele  Beschäftigte hätten gehofft, mit Lohnverzicht und ohne kämpferische Aktionen für bessere Arbeitsbedingungen ihre Arbeitsplätze sicher zu machen. „Heute müssen sie feststellen, dass sie gar keinen Einfluss darauf haben. Mehrarbeit rettet sie nicht und schon gar nicht Lohnverzicht Die Entscheidung, ob ein Standort geschlossen wird, fällt ganz woanders. Dann schließt eben eine Konzern wie Siemens einfach mal eine Sparte, die eigentlich profitabel ist“, schildert Otto und fügt an: „Von einem Konzern, der 6,2 Milliarden Euro Gewinn einfährt, könnte man doch wohl erwarten, dass er eine Durststrecke übersteht oder in andere  innovative Lösungen investiert, und damit Arbeitsplätze sichert. Das ist die Kritik.“ Gerade deshalb wäre mehr Selbstbewusst sein im Osten wichtig, sagt der Metaller. Veränderung fange vor der eigenen Haustür an. Zum Beispiel damit, sich im eigenen Betrieb für Verbesserungen einzusetzen, zum Beispiel einen Betriebsrat zu wählen oder für Tarifverträge kämpfen, gemeinsam  mit den Kollegen. Beate Möschl

Jan Otto, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen, sagt: Wieder wird der Osten massiv getroffen. Und das in einer Situation, wo sich allgemeine Unzufriedenheit mit der Politik Bahn gebrochen hat. „Das wird nicht besser, wenn sich die Menschen im Osten immer als Menschen zweiter Klasse fühlen.“ Viele  Beschäftigte hätten gehofft, mit Lohnverzicht und ohne kämpferische Aktionen für bessere Arbeitsbedingungen ihre Arbeitsplätze sicher zu machen. „Heute müssen sie feststellen, dass sie gar keinen Einfluss darauf haben. Mehrarbeit rettet sie nicht und schon gar nicht Lohnverzicht Die Entscheidung, ob ein Standort geschlossen wird, fällt ganz woanders. Dann schließt eben ein Konzern wie Siemens einfach mal eine Sparte, die eigentlich profitabel ist“, schildert Otto und fügt an: „Von einem Konzern, der 6,2 Milliarden Euro Gewinn einfährt, könnte man doch wohl erwarten, dass er eine Durststrecke übersteht oder in andere  innovative Lösungen investiert und damit Arbeitsplätze sichert. Das ist die Kritik.“ Gerade deshalb wäre mehr Selbstbewusstsein im Osten wichtig, sagt der Metaller. Veränderung fange vor der eigenen Haustür an. Zum Beispiel damit, sich im eigenen Betrieb für Verbesserungen einzusetzen, zum Beispiel einen Betriebsrat zu wählen oder für Tarifverträge kämpfen, gemeinsam  mit den Kollegen.

„Bei den jungen Leuten erlebe ich schon Veränderungen. Die machen nicht alles mit. Die  sind auch  nicht mehr bereit zu bleiben, nur weil hier die Landschaft so schön ist“, schildert Otto und macht klar: „Standard darf nicht mehr sein: Arbeit um jeden Preis, sondern Arbeit zu guten Bedingungen und Löhnen. Das ist unsere einzige Chance.“