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Arbeitsplatzabbau
Siemens-Fabrik in Görlitz droht die Schließung

Görlitz. Der Konzern denkt offenbar über einen kompletten Rückzug aus der Oberlausitz nach. dpa

Im Görlitzer Siemens-Werk könnten Hunderte Arbeitsplätze wegfallen. Wie das „Manager Magazin“ unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtete, erwägt der Industriekonzern, die Fabrik der kriselnden Kraftwerksparte Power & Gas zu schließen. In dem Werk arbeiten knapp 800 Menschen. Dem Bericht zufolge steht zudem der Verkauf des Generatorenwerks in Erfurt mit mehr als 500 Angestellten im Raum. Damit wären die ostdeutschen Standorte von Power & Gas besonders hart von Einsparungen betroffen.

Die IG Metall kündigte Proteste an, sollte Siemens tatsächlich planen, das Görlitzer Werk ganz oder zum Teil zu schließen. Man werde „mit aller Härte dagegen vorgehen“, kündigte Jan Otto, Geschäftsführer der IG Metall Ostsachsen, an. „Es ist ein Skandal, dass die Arbeitnehmer wieder einmal so verunsichert werden.“ Er erwarte, dass der Vorstand schnell für Klarheit sorge. Laufende Verträge ermöglichten eine Schließung der Fabrik in naher Zukunft aber nicht, betonte Otto.

Laut „Manager Magazin“ will Siemens in der Kraftwerkssparte bis zu elf der weltweit 23 Standorte schließen oder verkaufen, hieß es in dem Bericht. Auch nach dpa-Informationen könnten durch diese und weitere Einsparungen in der Sparte Prozessindustrie und Antriebe Tausende Jobs wegfallen.

Erst im Sommer hatte der Zugbauer Bombardier angekündigt, in Görlitz bis zu 800 Arbeitsplätze zu streichen.

Die Arbeitslosenquote in der ostsächsischen Stadt liegt nach Angaben der Agentur für Arbeit bei 8,4 Prozent – 2,2 Prozentpunkte höher als im Landesdurchschnitt.