ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 07:43 Uhr

Düsseldorf
Siemens schont Standort Görlitz

Düsseldorf. Auf die NRW-Werke kommen Restrukturierungen zu.

Auf die NRW-Werke kommen Restrukturierungen zu.

Siemens-Management und Arbeitnehmervertreter haben sich nach Wochen der erbitterten Auseinandersetzung angenähert. Auslöser des Streits ist der geplante Stellenabbau in der kriselnden Siemens-Energiesparte (Power and Gas). Bis zu 6900 Jobs sollen weltweit gestrichen werden.

Wie Personalvorstand Janina Kugel mitteilte, hat man sich auf einen "Zukunftspakt für den Strukturwandel" geeinigt. Im Klartext: Es bleibt zwar bei dem angekündigten Abbau, nur die Rahmenbedingungen wurden zugunsten der Gewerkschaftsforderungen angepasst. So war ursprünglich geplant, den Standort im sächsischen Görlitz zu schließen. Nach heftigen Protesten ist dies nun vom Tisch. Görlitz solle stattdessen zur weltweiten Zentrale für das Industriedampfturbinen-Geschäft werden, kündigte Kugel an.

Betriebsbedingte Kündigungen sollen nach Möglichkeit vermieden werden - nur wenn die "freiwilligen Maßnahmen" nicht ausreichten, seien diese nötig. Vom Personalabbau sind auch die NRW-Standorte Mülheim und Duisburg betroffen. Zu konkreten Zahlen wollte sich Kugel nicht äußern. Zunächst stünden Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan an. Bis zum Herbst sollen die Gespräche mit der IG Metall und dem Betriebsrat abgeschlossen sein.

Die IG Metall kommt zu einer abweichenden Einschätzung der Ergebnisse: "Es ist ein Erfolg, dass die Vereinbarung ,Radolfzell' zur Standort- und Beschäftigungssicherung erhalten bleibt", sagte der IG-Metall-Bezirksleiter von NRW, Knut Giesler, unserer Redaktion. "Betriebsbedingte Kündigungen und Standortschließungen bei Siemens sind damit weiter ausgeschlossen. Das gilt auch für die Standorte in NRW." In den weiteren Verhandlungen gehe es darum, Zukunft zu gestalten. "Das beinhaltet auch die ernsthafte Prüfung von Produktalternativen für die Standorte in NRW. Bei diesem Gestaltungsprozess setzen wir auf die Unterstützung von Politik und Arbeitgebern." Auch IG-Metall-Vorstandsmitglied Jürgen Kerner sprach von einem akzeptablen Ergebnis.

Aufgegeben werden soll der Power-and-Gas-Standort in Offenbach mit insgesamt 700 Mitarbeitern. Ein Teil der Beschäftigten werde an anderer Stelle im Rhein-Main-Gebiet eingesetzt. In diesem Zusammenhang deutete Kugel in einem Nebensatz an, dass ähnliches auch an Siemens-Standorten in NRW drohen könnte, die nicht zu Power and Gas gehören. Konkreter wurde sie dazu nicht.

(maxi)