Die Referenzliste der Firmengruppe Industrie-Hydraulik Vogel & Partner GmbH aus Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) kann sich sehen lassen. Ein namhaftes Unternehmen nach dem anderen gibt sich in Senftenberg oder an einer der inzwischen fünf Niederlassungen die Klinke in die Hand. Die Palette reicht von den Berliner Verkehrsbetrieben über den Schwermaschinenbauer Tenova Takraf in Lauchhammer und Leipzig, den Bahnhersteller Stadler, den Reifenproduzenten Goodyear-Dunlop, den Wurst- und Fleischhersteller Wiesenhof, die Deutsche Bahn AG, Vattenfall und Bombardier bis hin zu Siemens.

Selbst am Bau des Großraum-Airbus' A 380 und des Militärtransporters A 400 M sind die Senftenberger beteiligt, wenn auch nur indirekt. "Wir haben für das Hydrauliksystem des Prüfstandes wichtige Teile geliefert, montiert und in Betrieb genommen", erinnert sich Rainer Vogel, geschäftsführender Gesellschafter, nicht ohne Stolz an diesen besonderen Auftrag.

Ganz am Anfang, vor 25 Jahren, hat der Schlosser mit Meisterbrief nach dem beruflichen Neustart ganz kleine Brötchen backen müssen. Zunächst war da jedoch das wirtschaftlich unsichere Nachwendejahr 1990. Landauf, landab herrschte in den volkseigenen Betrieben große Unsicherheit, was die nächste Zeit bringt. Auch im Braunkohlenkombinat (BKK) Senftenberg, wo Rainer Vogel beschäftigt war. "Alle haben gestreikt, ich habe gekündigt", nahm er seine Zukunft selbst in die Hand. Von einem Bekannten aus Köln wusste er, dass dieser seit drei Jahrzehnten in der Hydraulikbranche tätig ist. Dessen Fachkompetenz sowie Rainer Vogels handwerkliche Fähigkeiten und regionale Kenntnisse mündeten am 13. Juli 1990 auf einem Senftenberger Privatgrundstück in eine Mini-Firma. Der Selbstständige konfektionierte zunächst gekaufte Hydraulikschläuche für Kunden mit Baumaschinen und Aggregaten.

"Ich habe schnell gemerkt, dass das ein Wachstumsmarkt ist", blickt der 61-Jährige zurück. Bald waren die ersten Aufträge nicht mehr allein zu bewältigen. Die ersten Mitarbeiter wurden eingestellt. Der Platz für das Lager und die Maschinen für die wachsende Produktpalette wurde knapp. 1993 erfolgte der Umzug in das Gewerbegebiet Laugkfeld. Um die Nähe zu der stetig wachsenden Kundenzahl zu wahren, wurde bald darauf in Frankfurt (Oder) die erste Niederlassung gegründet. Mit den Jahren folgten weitere in Dresden, Genshagen und Schöneiche bei Berlin sowie in Leipzig. Der 24-Stunden-Service war bald selbstverständlich. Nicht nur Facharbeiter, sondern Hydraulik-Ingenieure mussten eingestellt werden.

"Wir sind vom reinen Händler zum Servicepartner gewachsen, der für seine Kunden auch Produkte entwickelt", ergänzt Matthias Vogel, Mitglied der Geschäftsführung und verantwortlich für das operative Geschäft in der heute 50 Beschäftigte zählenden Firmengruppe. Der 41-Jährige werde Anfang 2016 planmäßig die Geschäftsführung übernehmen. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaft an der Technischen Universität Dresden war er deutschlandweit für verschiedene Unternehmen tätig. Er kehrte vor drei Jahren beruflich zurück in seine Heimat.

Hinsichtlich der Firmenphilosophie sind sich Vater und Sohn einig: Das gesunde Wachstum soll beibehalten werden. "Die heutige Basis zu halten, ist schon eine große Herausforderung", sagt Matthias Vogel mit Blick auf die zunehmende Anzahl der Mitbewerber.

Stillstand gab es nie. Deshalb wurden immer wieder neue Geschäftsfelder aufgenommen. Wie die Schmiertechnik als exklusiver Partner des Weltmarktführers Parker - einem Unternehmen aus den USA für Steuerungs- und Antriebstechnologien. Oder auch die Hochdruckhydraulik über 700 bar. Mit derart hohen Drücken arbeiten zum Beispiel die Feuerwehren mit ihrer Rettungstechnik und das Baugewerbe beim Bewegen von sehr hohen Lasten auf kurze Entfernung.

Auch wenn die Braunkohle industrie und deren Zulieferer wichtige Geschäftspartner sind, habe sich der Industrie-Hydrauliker von jeher breit aufgestellt, um nicht in zu große einseitige Abhängigkeiten zu geraten. Mit Erfolg! Selbstbewusst zählt sich die Senftenberger Firmengruppe heute zu den Top 3 der Anbieter im Osten Deutschlands. "Auch wenn es einige schlaflose Nächte gegeben hat, habe ich den damaligen Schritt in die Selbstständigkeit nie bereut", gesteht Seniorchef Rainer Vogel.

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