Ein großes Loch klaffte am Montag den ganzen Tag über im Dach des Produktionsgebäudes der Landskron Braumanufaktur in Görlitz. Über mehrere Stunden war ein Kran im Einsatz, um die in Einzelteile zerlegte neue Abfüllanlage an den für sie bestimmten Platz zu heben. Das insgesamt zwölf Tonnen schwere Aggregat ersetzt die bisherige, mehr als 20 Jahre alte Anlage.

"Nach einer so langen Betriebszeit ist die Ersatzteilversorgung nicht mehr gesichert, außerdem wird es immer schwieriger, die mikrobiologischen Anforderungen zu erfüllen", erklärt Lands kron-Geschäftsführerin Katrin Bartsch. Mit der neuen Abfüllanlage erhöht sich auch die Produktionskapazität: Sie kann bis zu 30 000 Flaschen pro Stunde befüllen, die alte Anlage schaffte maximal 25 000.

"Zudem ermöglicht sie es, unser Flaschensortiment auch auf kleinere Formate - also 0,3 und 0,4 Liter - auszuweiten", so die Geschäftsführerin. Auch künftig werden die Landskron-Brauspezialitäten jedoch hauptsächlich in der klassischen Halbliterflasche abgefüllt.

Für Landskron stellt die Inbetriebnahme der 1,2 Millionen Euro teuren Abfüllanlage eine der größten Einzelinvestitionen überhaupt dar. "Alternativ hätten wir die alte Anlage für etwa 300 000 Euro noch einmal runderneuern können. Dann hätte sie wahrscheinlich wieder sechs bis acht Jahre gehalten. Mit der neuen Anlage haben wir jetzt Sicherheit für mindestens 20 Jahre, sagt Katrin Bartsch. Insgesamt investiert das Unternehmen in diesem Jahr 1,6 Millionen Euro - die "Restsumme" nimmt die Einrichtung eines neuen Besucherzentrums in Anspruch.

Um die Lieferfähigkeit für die Umrüstzeit sicherzustellen, hat Landskron den Lagerbestand von normal 20 000 auf 70 000 Kästen aufgestockt. "So können wir auch in der Zeit, die wir für die Einrichtung der neuen Anlage benötigen, unsere Verpflichtungen erfüllen", sagt die Geschäftsführerin. Spätestens in 14 Tagen soll die neue Anlage den Dauerbetrieb aufnehmen.

Die Landskron Braumanufaktur hat im Jahr 2012 ihren Absatz um zwei Prozent steigern können. "Wenn man den allgemeinen Rückgang des Bierkonsums auf dem deutschen Markt betrachtet, dann stellt dies für uns einen großen Erfolg dar", so Geschäftsführerin Bartsch. Der Gesamtausstoß belief sich auf 160 Hektoliter, wovon die Fassbrause einen Anteil von fünf Prozent ausmacht. Doch selbst beim Fassbier - ein Marktsegment, das in den vergangenen Jahren geradezu eingebrochen ist - konnte die Görlitzer Braumanufaktur einen Zuwachs verzeichnen.

Keine Entspannung sieht Katrin Bartsch hingegen bei den Fremdflaschen. Im Gegenteil: "Durch die neu eingeführte Individualflasche der Hasseröder Brauerei hat sich das Problem noch verschärft." Die Mehrkosten für das Aussortieren der Fremdflaschen und deren Rückführung hatte die Landskron-Chefin im April 2012 auf 150 000 Euro im Jahr beziffert, die Investition in die erforderliche Erweiterung der Sortieranlage belief sich auf 300 000 Euro.