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Schwarzheide wird Weltmarktführer

Mit der neuen Compoundieranlage sind 50 neue Arbeitsplätze in Schwarzheide entstanden.
Mit der neuen Compoundieranlage sind 50 neue Arbeitsplätze in Schwarzheide entstanden. FOTO: Kai Abresch/BASF
Schwarzheide. In Schwarzheide ist am Mittwoch eine erweiterte Anlage für die Produktion von Kunststoffgranulaten eingeweiht worden. Es ist die größte BASF-Anlage dieser Art weltweit. Jan Augustin

Sie sehen aus wie süße Kandiszucker-Stückchen. In Schwarz erinnern sie eher an Lakritze. Essbar sind Ultramid und Ul tradur aber nicht. Die Granulate werden zum Beispiel im Möbelbereich für Stühle und Befestigungselemente gebraucht. Die nach Gewichtseinsparungen ausgerichtete Automobilindustrie stellt mit den Kunststoffen Ölwannen, Motorträger, Sensoren und Steckverbinder her. Das Material ist leicht, die Nachfrage groß. Darauf hat die BASF in Schwarzheide reagiert.

Am Mittwoch nahm der Chemieriese auf seinem Gelände eine erweiterte Compoundieranlage feierlich in Betrieb. Bis zu 70 000 Jahrestonnen können jetzt zusätzlich produziert werden. In der BASF-Gruppe ist Schwarzheide jetzt Weltmarktführer. Wie viel Tonnen genau am Standort hergestellt werden können, will das Unternehmen mit Blick auf die Konkurrenz allerdings nicht mitteilen. Fakt ist aber, dass Standorte in Nordamerika, Asien oder in Ludwigshafen, Leuna und Rudolstadt nicht an die Schwarzheider Leistungsstärke herankommen. Die globale Compoundierkapazität der BASF betrage nun mehr als 700 000 Jahrestonnen.

"Mit der erweiterten Anlage begleiten wir das Wachstum unserer Kunden langfristig und auf höchstem technischen Niveau mit den besten Kunststoffen", sagte Jürgen Becky, Leiter Performance Materials Europa bei der feierlichen Einweihung. Die Anlagenerweiterung stelle den aktuellen Stand der Technik auf dem Kunststoffmarkt dar und mache den Produktionsprozess noch flexibler. Gleichzeitig erhöhe BASF auch die Flexibilität im weltweiten Produktionsnetzwerk durch die zusätzliche Kapazität und könne so auch die gestiegenen Erwartungen bei großvolumig produzierten Bauteilen in der Automobilindustrie besser erfüllen.

Mit der Erweiterung seien zudem rund 50 neue Arbeitsplätze entstanden. In Schwarzheide beschäftigt BASF nun etwa 1750 Menschen. Am gesamten Standort arbeiten rund 3350 Menschen.

"Wir freuen uns, dass der Unternehmensbereich am Standort investiert hat, das stärkt den Standort nachhaltig", sagte Jürgen Fuchs, Vorsitzender der Geschäftsführung der BASF Schwarzheide. "Mit der Anlagenerweiterung wurde ein bedeutender Beitrag zur erfolgreichen Entwicklung des Standortes geleistet", erklärte Jürgen Fuchs vor etwa 100 Gästen.

Anerkennende Worte brachte auch der Bevollmächtigte des Landes Brandenburg beim Bund und Beauftragte für internationale Beziehungen, Staatssekretär Martin Gorholt, mit. "Mit der Inbetriebnahme der Compoundieranlage bestätigt die BASF Schwarzheide eindrucksvoll ihre Rolle als Leuchtturm der Brandenburger Wirtschaft. Das Unternehmen ist ein starker Partner in der Lausitz", sagte er als Vertreter der Landesregierung.

Die BASF in Schwarzheide stehe für Innovation und arbeite mit der Wissenschaft zusammen, insbesondere der BTU Cottbus-Senftenberg. "Das Unternehmen sorgt für Arbeitsplätze, Ausbildungsplätze und für Wertschöpfung. Es fördert den Nachwuchs und trägt damit auch zur Fachkräftesicherung bei. Das ist ein beeindruckendes Engagement für die Region", lobte Martin Gorholt.

Zum Thema:
Der Lausitzer Produktionsstandort BASF Schwarzheide GmbH mit etwa 1750 Mitarbeitern gehört zur BASF-Gruppe. Sein Portfolio umfasst Polyurethan-Grundprodukte und -Systeme, Pflanzenschutzmittel, Wasserbasislacke, Technische Kunststoffe, Schaumstoffe, Dispersionen und Laromer-Marken. In der gesamten Gruppe sind nach Unternehmensangaben weltweit rund 114 000 Menschen beschäftigt. BASF erzielte im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von rund 58 Milliarden Euro.