Das inflationsbereinigte Minus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr übertraf dabei sogar den Umsatzrückgang von 2,1 Prozent im Rezessionsjahr 1993.
Angesichts der andauernden Konsumflaute droht nach Einschätzung der Branchenverbände nun weiteren 10 000 Ladenbesitzern das Aus. "Die Talsohle ist noch nicht erreicht", heißt es beim Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) in Berlin. "Im vergangenen Jahr haben wir die Zahl von 10 000 Insolvenzen gestreift und das wird in diesem Jahr nicht anders aussehen", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Holger Wenzel gestern in Berlin.
Wenzel hingegen ist überzeugt, dass von der Pleitewelle "auch Größere betroffen sein werden". Für das laufende Jahr rechne der HDE weiterhin mit einem Umsatzminus von 1,5 Prozent, sagte Wenzel. Bei einem längeren Irak-Krieg oder einer Erhöhung der Mehrwertsteuer könne es allerdings noch schlimmer kommen.
Für das vergangene Jahr beharrt der Verband auf seiner eigenen Berechnung, die den Umsatzeinbruch mit 3,5 Prozent und damit noch deutlich tiefer ansetzt als das Statistische Bundesamt. Einen Grund für die Differenz sieht Wenzel darin, dass die HDE-Unternehmensumfrage anders als die Erhebung der Wiesbadener Statistiker keine Apotheken erfasst. Deren Umsätze hätten sich aber im vergangenen Jahr deutlich besser entwickelt als die im übrigen deutschen Einzelhandel.
Zudem schätze der HDE den Umsatzrückgang im Bereich Textilien und Schuhe mit minus acht Prozent deutlich pessimistischer ein als das Statistische Bundesamt mit minus vier Prozent.
Ein Sprecher des Bundesamtes führte die abweichenden Ergebnisse hingegen auf unterschiedliche Erhebungsbedingungen zurück. Während der HDE rund 3000 vor allem mittlere und kleine Händler befragt habe, liege den Zahlen des Statistischen Bundesamtes eine größere Stichprobe von 25 000 Geschäften einschließlich großer Kaufhausketten zugrunde. (afp/rb)