Mit 46,7 Stunden erreichte die durchschnittliche Zahl der Mehrarbeit pro Arbeitnehmer im Jahr 2002 den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung, berichtete das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gestern. Insgesamt hatten deutsche Arbeitnehmer 2002 rund 1,614 Milliarden bezahlte Überstunden geleistet. Das waren 4,3 Prozent weniger als im Jahr 2001. Pro Kalenderwoche arbeitete jeder Beschäftigte 1,09 Stunden mehr als vertraglich vereinbart. 1995 hatte dieser Wert nach IAB-Angaben noch bei 1,23 Stunden gelegen. Für 2003 erwarten die Forscher ein nahezu konstantes Gesamtvolumen von 1,613 Milliarden Überstunden.
"Angesichts knapper Aufträge spielen Überstunden keine so große Rolle mehr", sagte der stellvertretende Leiter des Instituts, Ulrich Walwei. "Überstunden sind daher einer der wichtigsten Konjunktur-Indikatoren." Daneben wirke sich auch die verstärkte Einrichtung von Arbeitszeitkonten aus, mit denen sich Auftragsspitzen ohne Überstunden abfedern ließen, gab Walwei zu bedenken. (dpa/B.M.)