2001 hatte sie noch einen Nettogewinn von 967 Millionen Euro gemacht. Vorstandssprecher Dieter Rampl erklärte: "Das Geschäftsjahr 2002 war das schwierigste und schlechteste in der Geschichte der Bank."
Besonders die Krise an den Finanzmärkten und hohe Risiken in den eigenen Kreditbüchern machten der Bank zu schaffen. Der Verlust vor Steuern lag bei 821 Millionen Euro, nach einem Vorsteuergewinn von 1,55 Milliarden Euro im Jahr 2001. Allein im vierten Quartal schlugen Sonderbelastungen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro zu Buche.
Wegen des schlechten Gesamtergebnisses zahlt die Bank keine Dividende an ihre Aktionäre. Der wegen der Krise bis Ende 2004 geplante Abbau von insgesamt 9100 Stellen geht den Angaben zufolge schnell voran. Bislang seien etwa 75 Prozent dieser Stellen gestrichen worden.
Die anhaltende Bankenkrise rief mittlerweile auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) auf den Plan. Nach einem Bericht des Magazins "Focus-Money" traf er sich bereits am Sonntagabend mit Spitzenmanagern des Geldgewerbes im Kanzleramt. Thema seien unter anderem Krisenszenarien für den Finanzplatz Deutschland bis hin zum Zusammenbruch einzelner Institute gewesen. An dem Treffen nahmen auch Wirtschaftsminister Wolfgang Clement und Finanzminister Hans Eichel (beide SPD) teil. Eichel habe den Auftrag erhalten, gemeinsam mit der Bundesbank Szenarien für den Fall zu entwickeln, dass eine der großen deutschen Banken kippen sollte, meldete "Focus-Money" weiter.
Die deutschen Banken befinden sich in einer ihrer schwersten Krisen. 2002 haben mehrere Großbanken erstmals in ihrer Geschichte Verluste gemacht. Einige Experten warnten bereits vor Zusammenbrüchen wie in Japan. Bisher wies die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht solche Befürchtungen aber stets zurück. (afp/rb)