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Sägewerk Kodersdorf – Tarifverhandlungen verweigert

Kodersdorf. Die rund 270 Beschäftigten des Sägewerks in Kodersdorf (Landkreis Görlitz) müssen weiter auf eine tarifliche Bezahlung warten. Nach Angaben der IG Metall Ostsachsen weigert sich die Geschäftsführung der österreichischen Schweighofer Gruppe, Verhandlungen mit der Gewerkschaft aufzunehmen. dpa/dst

Ein Unternehmenssprecher widersprach dem, Partner der Holzindustrie Schweighofer sei der Betriebsrat, hieß es. Beide Seiten hätten sich verständigt, weitere Regelungen für den Standort zu finden. Er verwies auf eine Erhöhung der Löhne und Gehälter im Januar 2016 im Durchschnitt um zehn Prozent. Für das Jahr 2017 seien weitere Verbesserungen vorgesehen. Tarifliche Belange über den Betriebsrat zu regeln, so die Gewerkschaft, verstoße in Deutschland jedoch gegen geltendes Recht. "Ausschließlich Tarifpartner dürfen Lohnverhandlungen führen. Vereinbarungen mit dem Betriebsrat sind rechtlich nicht gültig und nicht einklagbar", erklärte IG-Metall-Chef Jan Otto. Die Gewerkschaft will sich noch im Januar mit dem Betriebsrat über das weitere Vorgehen abstimmen.

Die Holzindustrie Schweighofer betreibt nach eigenen Angaben neben dem Werk in Sachsen drei Säge- und zwei Holzplattenwerke in Rumänien. Mit 3500 Mitarbeitern zählt es zu den führenden Unternehmen der holzverarbeitenden Industrie in Europa.