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| 18:56 Uhr

Wirtschaft
Sachsen will Glashütte-Uhren schützen

 Ein Uhrmacher justiert in der Uhrenmanufaktur Nomos die Zeiger des Uhrenmodells Tangente 33.
Ein Uhrmacher justiert in der Uhrenmanufaktur Nomos die Zeiger des Uhrenmodells Tangente 33. FOTO: dpa / Sebastian Kahnert
Dresden. Seit 1845 kommen Uhren von besonderer Güte aus dem Osterzgebirge. Sind sind weltweit als Luxusgut gefragt – und gefährdet. Von Simona Block

Luxus- und Qualitätsuhren aus Glashütte in Sachsen sollen besser vor Markenpiraterie geschützt werden. Eine Initiative des Freistaates im Bundesrat zielt auf eine Verordnung zur geografischen Bezeichnung „Hergestellt in Glashütte“. „Unser Vorschlag stellt sicher, dass die Herstellungsprozesse für Uhren aus Glashütte in der Region gehalten werden“, sagte Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) am Rande der Präsentation in Berlin am Freitag. Die Uhrenstadt im Osterzgebirge und die dort angesiedelten Unternehmen und Manufakturen hätten bemerkenswerte Erfolge erreicht. „Wir wollen diese Geschichte fortschreiben und ,Hergestellt in Glashütte‘ für hochwertige Uhren sichern und zukunftsfest verankern.“

In dem Papier sind verbindlich die Herstellungsschritte festlegt, die in Glashütte erfolgen müssen, damit eine Uhr mit der Bezeichnung beworben werden darf. „Insbesondere muss die Wertschöpfung für das Uhrwerk zu 50 Prozent dort erfolgen“, sagte Ministeriumssprecher Jörg Herold. „Das umfasst die Montage und das Ingangsetzen des Uhrwerks, die Reglage, die Montage des Zifferblatts, das Setzen der Zeiger und das Einschalten des Uhrwerks.“

Die Herkunftsangabe Glashütte steht seit dem 19. Jahrhundert für deutsche Handwerkskunst und Uhrmachertradition. „Die traditionellen Fertigungsmethoden dieser Uhren bilden die Grundlage für deren besondere Qualität“, sagte Ministeriumssprecher Herold. Schon in den Anfängen setzten die Uhrmacher darauf, indem sie in gegenseitiger Abstimmung bestimmte Qualitätsmerkmale vereinbarten und konsequent einhielten. Hohe Anforderungen galten auch zu DDR-Zeiten, bis heute sicherten technischer Standard und zahlreiche Innovationen Qualität und Langlebigkeit.

Mit der Globalisierung ist das Interesse an den hochwertigen Zeitmessern „made in Saxony“ gestiegen. Verbinde sich Qualität mit einem bestimmten Namen, wirke sich das nicht nur positiv auf das Renommee der Region aus, „sondern birgt auch großes Wirtschaftspotenzial“, argumentiert der Freistaat. Bei missbräuchlicher Verwendung des Namens bei Uhren bestehe die Gefahr, dass die Herkunftsangabe Glashütte Schaden nehme, sagte der Ministeriumssprecher. „Das gilt es zu verhindern.“