Beide Unternehmen hätten an die industrielle Logik der Verbindung geglaubt, heißt es in der Pflichtmitteilung an die Börse. Es sei aber deutlich geworden, dass die Interessen der beteiligten Parteien nicht in Einklang gebracht werden konnten. Wie bereits am Dienstag aus Kreisen, die in die Gespräche eingebunden waren, berichtet wurde, scheiterte der Deal am politischen Widerstand.

"Es ist natürlich schade, dass wir keinen Erfolg hatten, aber ich bin froh, dass wir es versucht haben", schrieb EADS-Chef Tom Enders in der Mitteilung. Er sei zuversichtlich, dass EADS seinen internationalen Wachstumskurs weiter fortsetzen werde. BAE-Chef Ian King schrieb, er sei enttäuscht, dass die Fusion nicht komme. Beide Konzernlenker hatten in den vergangenen Wochen intensiv für den Zusammenschluss der beiden Unternehmen geworben. EADS wollte sich Zutritt auf wichtige, bisher kaum erreichbare Rüstungsmärkte sichern.

Rasch nach dem überraschenden Bekanntwerden der Pläne hatte es massive Bedenken in der Politik gegen eine Fusion der beiden Konzerne zum weltgrößten Branchenunternehmen gegeben. Größter Streitpunkt war der staatliche Einfluss, den sich Deutschland und Frankreich sichern wollten. Beide Länder verfügen direkt und indirekt über jeweils gut 22 Prozent der EADS-Anteile, die deutschen Interessen nimmt der Autokonzern Daimler wahr. Bei BAE Systems sind keine Staaten direkt oder indirekt Großaktionäre.

Schon deswegen gilt EADS als nicht eben leicht steuerbar. Dazu kommt: Das Rüstungsgeschäft ist eine hochsensible Branche, da sich die beteiligten Regierungen auf eine gemeinsame Linie einigen müssen.