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| 01:03 Uhr

Rosenbäder aus der Altmark

Ob Kreuzfahrtschiffe oder Nobelhotels – die Fertigbäder der Deba Systemtechnik GmbH Salzwedel stehen bei den Kunden hoch im Kurs. Von Sabine Fuchs

Jüngstes Kapitel dieser Erfolgsgeschichte aus der Altmark sind die Rosenbäder für das Fünf-Sterne-Hotel "Blue Heaven" in Frankfurt/Main. Riesige rote Rosen schmücken Wände der Bäder, die von den Deba-Spezialisten dort derzeit eingebaut werden. Um die rosigen Vorstellungen des italienischen Designers Mateo Thun umsetzen zu können, habe die Firma eigens ein neues Verfahren entwickelt, erklärt Geschäftsführer Reinhard Dehnke.
Nicht auf Keramikfliesen „blühen“ die Schönheiten, die Motive werden vielmehr als Pulverbeschichtung auf die Wand gebracht. Das "Blue Heaven" ist nur ein Objekt in der mittlerweile langen Referenzliste des Unternehmens. Kreuzfahrtschiffe der Star Cruise-Reederei Singapur, der Royal Caribean Cruise Line Miami sowie die Fünf-Sterne Hotels "Dom Aquaree" Berlin und das Golfhotel "Carlton House" in Dublin gehören dazu. "Wir sind zum Marktführer in Deutschland bei der Herstellung von Fertigbädern aufgestiegen und gehören zu den führenden Produzenten in Europa", sagt Dehnke.

Erfolgsgeschichte
Die Erfolgsgeschichte begann 1992, als Dehnke und der Mitinvestor Reimer Bartels aus Schleswig-Holstein die Tochter des einstigen Kombinates Sket Magdeburg übernahmen und die Produktion komplett umstellten. Wo schwere Stahltechnik zu Hause war, zogen völlig neue Produktionslinien ein. Bereits 1992 wurden die ersten Fertigbäder produziert. Die Investoren garantierten der Treuhand den Erhalt von 50 Arbeitsplätzen, heute sind dort 250 Menschen beschäftigt.
Das Wort Fertigbad erinnert an die einstige DDR-Nasszelle für den Plattenbau, hat mit dieser aber wenig gemeinsam. "Kein Projekt gleicht dem anderen", versichert Bartels. Grundriss und Ausstattung bestimme allein der Kunde. Das Prinzip sei immer gleich: Das Bad wird in Salzwedel komplett vorgefertigt: In die Bo-den-, Wand- und Deckenelemente sind Fliesen, Wanne, Waschbecken, Spiegel, Handtuchhalter selbst die Armaturen und alle Wasser- und Elek-troanschlüsse bereits eingebaut. Mit der werkseigenen Speditionsflotte werden die Fertigbäder dann direkt zur Baustelle oder auf die Werft gebracht und können dort in kurzer Zeit eingebaut werden.

Umsatz fast verzehnfacht
Deba-Bäder gehen jedoch nicht nur an Werften und Hotels, auch Krankenhäuser, Alten- und Studentenwohnheime sind mit ihnen ausgestattet. Etwa 4000 bis 5000 Fertigbäder verlassen pro Jahr den Betrieb. Betrug der Umsatz in den Anfangsjahren umgerechnet etwa 2,5 Millionen Euro, so lag er 2004 bei 23 Millionen Euro. Rund 70 Prozent ihrer Einkäufe tätigt die Deba in den neuen Bundesländern.
Fast 20 Millionen Euro sind bislang in das Werk investiert worden. Eine 100-prozentige Tochter produziert in Polen, Vertretungen in Österreich, der Schweiz, Großbritannien, Belgien, Skandinavien und den Vereinigten Emiraten organisieren den Vertrieb. Die Auftragslage für dieses Jahr sei sehr gut, betont Dehnke. Erst kürzlich habe die Deba auf einer Messe im arabischen Dubai den Zuschlag für die Ausstattung eines Fünf-Sterne-Hotels am Flughafen der sudanesischen Hauptstadt Khartum erhalten.