Nach einem dramatischen Einbruch der Neu-Investitionen im vergangenen Jahr rechnet der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) erst mittelfristig wieder mit einer Erholung.
"2003 wird noch ein sehr schwieriges Jahr", sagte Ver-bandspräsident Werner Schauerte gestern in Berlin. Vermutlich müssen sich nochmals mehrere Risikokapitalgeber vom Markt verabschieden.

Kein Signal für Belebung
Auf eine genaue Prognose für das laufende Jahr legte sich der Verbandschef nicht fest. Angesichts des schlechten Umfelds für Börsengänge gebe es "kein Signal für eine Belebung im Beteiligungsmarkt", sagte Schauerte. Im vergangenen Jahr investierten die rund 200 deutschen Beteiligungsgesellschaften brutto noch 2,65 Milliarden Euro, rund 40 Prozent weniger als 2001. Zugleich mussten sie die Rekordsumme von 926,5 Millionen Euro an Total-Verlusten abschreiben. Mit Börsengängen wurde überhaupt kein Geld verdient.
Am meisten machte sich die Zurückhaltung der privaten Geldgeber bei Neugründungen bemerkbar. In die Frühphasen-Finanzierung steckten die Beteiligungsgesellschaften nur noch 556 Millionen Euro. Der BVK begründete dies damit, dass Geldgeber mittlerweile lieber in etablierte Unternehmen mit marktfähigen Produkten investierten. Außerdem sei die Zahl der Neugründungen, insbesondere Ausgründungen aus der Forschung, deutlich gesunken. Das Kapital floss verstärkt wieder in klassische Industriezweige wie Maschinenbau oder Elektrotechnik.

Hoffnung auf Börsengänge
Die Hoffnung der Branche gründet sich nun darauf, dass die Konjunktur wieder anzieht und dann auch wieder Unternehmen an die Börse gehen. "Wir hoffen, dass wir in ein, zwei oder drei Jahren wieder offene Börsen haben", sagte Schauerte. Dann seien auch wieder Umsatz-Zuwächse von 20 bis 30 Prozent denkbar.
Dem Bundesverband gehören nach eigenen Angaben derzeit 196 Beteiligungsgesellschaften an. Im vergangenen Jahr mussten sich 33 Gesellschaften aus dem Markt verabschieden. Einige mussten Insolvenz anmelden, andere wurden von der Konkurrenz übernommen, hieß es. Insgesamt verfügten die deutschen Beteiligungsgesellschaften über ein Portfolio von 16,8 Milliarden Euro, investiert in 6100 Unternehmen. (dpa/sm)