Chefpilot Jürgen Raps: „Der Airbus A380 wird für uns langsam Alltag.“ Ulrich Hohl, einer der erfahrensten Flugkapitäne der Airline, begleitet bereits seit drei Jahren in der europäischen Flugzeugbau-Kapitale Toulouse das Wachsen und Werden des Mammut-Flugzeuges. Er brachte dabei das Wissen und die Erfahrung der Lufthansa-Technik ein.
Zum Lufthansa-Team gehören neben Raps, in jungen Jahren in Bayreuth ein begeisterter Segelflieger, und Hohl auch Dieter Hensel, der für alle Trainingsaufgaben und -arbeiten die Verantwortung trägt, Ingo Tegtmeyer, für das „ganze große Drum und Dran“ bei der Einführung der A380 in die Lufthansa-Flotte verantwortlich, und Raimond Möller, Chef aller Airbus-Großraumflugzeuge. Die direkte Verantwortung für die 15 von der Lufthansa georderten A380 soll Hohl übertragen werden.
Die fünf Lufthansa-Piloten haben sich gründlichst mit dem „europäischen Riesen“ vor Ort vertraut gemacht. „Im Grunde waren wir trotz aller Vorschusslorbeeren beeindruckt, wie agil das Flugzeug trotz seiner Größe ist, wie leicht der Riese zu fliegen ist“ , bestätigt Chefpilot Raps, ein Mann mit der Erfahrung von rund 17 000 Flugstunden.
Die Ruderabstimmung sei ebenso perfekt wie die Side stick-Arbeit - Sidesticks haben die früheren „Steuerknüppel“ abgelöst. „Dieses Flugzeug reagiert so ruhig auf alle Kommandos, wie ich es in meinem langen Fliegerleben nur sehr selten erlebt habe“ , erklärt Raps.
Bei ihren ersten Trainingsflügen mussten die Piloten das volle Programm abarbeiten. Der A380 hob mit einem Abfluggewicht von 400 Tonnen ab - das ist das maximal zulässige Fluggewicht einer Boeing 747 - und getankt waren 100 Tonnen Treibstoff. Im Wesentlichen wurde rund um Toulouse geflogen. Es ging nicht um Langstreckenflüge, sondern vor allem um Starts und Landungen - „Touch and Go“ nennen das die Piloten.
Nur wenige Tage sind für die Schulung der ersten Lufthansa-Piloten vorgesehen. Elf Arbeitstage Umschulung, so Raps, werden für Theorie und Praxis benötigt. Jürgen Raps: „Dann können A340-Piloten den Riesen ohne Schwierigkeiten fliegen.“ (dpa/ar)