Bundesweit will der börsennotierte Klinikbetreiber seinen Marktanteil von derzeit drei auf acht Prozent in den nächsten Jahren ausbauen.
Jüngste Beanstandungen des Kartellamtes gegen zwei Krankenhaus-Übernahmen seien "ein Ärgernis", beeinträchtigten aber nicht die Strategie des Konzerns, erklärte Pföhler. Schlagzeilen hatte die Rhön-Klinikum AG zu Jahresbeginn mit der bundesweit ersten Privatisierung einer Uniklinik in Gießen-Marburg gemacht. Das defizitäre Krankenhaus soll bis zum Jahresende aus den roten Zahlen kommen. Dort werden mittelfristig bis zu 15 Prozent der 9500 Stellen wegfallen.
"Der Markt wird in den kommenden fünf Jahren verteilt, daher müssen wir jetzt wachsen", betonte Pföhler. Trotz zunächst niedriger Margen halte er auch im nächsten Jahr eine größere Übernahme für möglich. Seiner Einschätzung nach wird in den einzelnen Bundesländern wegen der schwierigen Haushaltslage der Druck zur Privatisierung zunehmen. "Das Kartellamt ist keine ernst zu nehmende Bremse für uns."
Allein seit Ende 2004 habe der Konzern ohne Beanstandungen 15 Kliniken gekauft und betreibe derzeit 45 der knapp 2200 Krankenhäuser in Deutschland. Das Kartellamt hatte vor einem Jahr dem Konzern den Kauf der Kreiskrankenhäuser in Bad Neustadt/Saale und Mellrichstadt untersagt, eine beantragte Ministererlaubnis steht noch aus.
2005 blieb der Konzern auf Wachstumskurs. Wegen der Übernahmen stieg der Umsatz 2005 um 35,5 Prozent auf 1,42 Millionen Euro. Der Gewinn legte um zehn Prozent auf 88,3 Millionen Euro zu. In den Kliniken wurden knapp 949 400 Patienten behandelt.
Der Konzern beschäftigt zurzeit 21 226 Mitarbeiter (2004 knapp 15 000). Vorstand und Aufsichtsrat wollen der Hauptversammlung eine Dividende von 0,45 Euro je Aktie vorschlagen (Vorjahr: 0,39 Euro). (dpa/rb)