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| 07:51 Uhr

Immer weniger Widersprüche
Rentenbescheide werden akzeptiert

Ein älterer Mann nimmt Euro-Scheine aus einer Geldbörse (Symbolfoto).
Ein älterer Mann nimmt Euro-Scheine aus einer Geldbörse (Symbolfoto). FOTO: dpa, fz
Exklusiv | Berlin. Die Zahl der Widersprüche ist in zehn Jahren deutlich um 36 Prozent gesunken. Birgit Marschall und Eva Quadbeck

Die jährlich über 1,3 Millionen Rentenbescheide finden bei angehenden Rentnern eine immer größere Akzeptanz. Die Zahl der Widersprüche ist in zehn Jahren deutlich um 36 Prozent gesunken.

Das zeigen aktuelle Daten der Rentenversicherung, die unserer Redaktion vorliegen. Demnach ist die Zahl der Widersprüche gegen die Rentenbescheide zwischen 2007 und 2017 um 36 Prozent zurückgegangen. Während 2007 noch in rund 232.000 Fällen Widerspruch gegen einen Rentenbescheid eingelegt wurde, war das 2017 nur noch in rund 148.000 Fällen der Fall. Allein 2017 sei die Zahl der Widersprüche gegenüber dem Vorjahr um rund sieben Prozent gesunken, so die Rentenkasse.

"Wir führen diese Entwicklung unter anderem auf den seit einigen Jahren verstärkt vorgenommenen Versand von Versicherungsverläufen zurück", sagte ein Sprecher der Rentenversicherung. Der Versicherungsverlauf gibt wieder, welche Daten aus der eigenen Versicherungsbiografie die Rentenversicherung bereits gespeichert hat. Er ist Grundlage der späteren Rentenberechnung. Nur bei einem vollständigen Versicherungsverlauf kann die Rente richtig berechnet werden.

Erster Versicherungsverlauf erhält man in der Regel mit 27 Jahren

"Geklärte Versichertenkonten sind daher Voraussetzung für eine qualitativ hochwertige Arbeit in unserem Haus und können Fehler in Rentenbescheiden bereits frühzeitig vermeiden", so der Sprecher. Den ersten Versicherungsverlauf erhalten Versicherte in der Regel automatisch zusammen mit der Renteninformation im Alter von 27 Jahren. Weitere Versicherungsverläufe werden zu späteren Zeitpunkten ebenfalls automatisch versandt und können jederzeit formlos durch die Versicherten angefordert werden.

"Auch haben wir die Qualität unserer Rentenbescheide in den letzten Jahren deutlich verbessert, indem wir sie verständlicher formuliert und übersichtlicher gestaltet haben", sagte der Sprecher. Versicherte würden sich heute im Rahmen der Altersvorsorgeplanung früher als in der Vergangenheit mit ihren Ansprüchen in der gesetzlichen Rentenversicherung auseinandersetzen. Auch das Auslaufen einzelner Rentenarten, wie der Altersrente nach Arbeitslosigkeit oder der Altersteilzeit, bei denen in der Vergangenheit vermehrt Widersprüche eingelegt worden sind, habe zu einem Rückgang der Widersprüche beigetragen.